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Wünsche gibt es immer wieder…

Ist das Leben ein Wunschkonzert?

Kinderland Lotte

“ Ist das Leben ein Wunschkonzert?“

„Katharina was ist damit gemeint? Oma sagt das immer!“, sagte ein Kind zu mir.

Das gab mit einen Denkanstoß. Was wäre wenn es so wäre. Hätte jedes Mädchen ein Einhorn, Jungs Ritterburgen oder wäre jeder Mensch ein Millionär? Wenn jeder Wunsch erfüllt ist, ist man dann wirklich wunschlos glücklich?

Warum hat man Wünsche und Bedürfnisse? Und was hat das mit der Erziehung zu tun?

Bedürfnisse und Wünsche von Kindern zu unterscheiden, ist der Schlüssel zu einer entspannten Erziehung. Während Kinder meistens sehr lautstark äußern, was sie im Moment wollen, liegt es an den Erwachsenen zu erkennen, was sie wirklich brauchen. Bedürfnisse sind lebenswichtig und nicht verhandelbar. Dazu gehören körperliche Grundlagen wie Nahrung und Schlaf, aber vor allem emotionale Basisbedürfnisse wie Liebe, Sicherheit, Aufmerksamkeit und verlässliche Strukturen. Werden diese ignoriert, leidet die gesunde Entwicklung des Kindes. Wünsche hingegen sind die bunten Extras des Lebens. Das neue Spielzeug, das Smartphone oder die Süßigkeit sind schön, aber nicht Überlebensnotwendig. Oft sind Wünsche die Geheimsprache für ein tieferes Bedürfnis: Hinter dem Verlangen nach Schokolade an der Supermarktkasse steckt nach einem langen Tag meistens Erschöpfung, echter Hunger oder das Bedürfnis nach Zuwendung. Das abendliche Fordern nach einem weiteren Glas Wasser ist meist kein Durst, sondern der Wunsch nach Nähe vor dem Einschlafen. Für Eltern gilt die entlastende Faustregel: Bedürfnisse müssen gestillt werden, Wünsche dürfen abgelehnt werden. Ein Kind nimmt keinen Schaden, wenn ein Wunsch unerfüllt bleibt. Wichtig ist nur, die Enttäuschung liebevoll zu begleiten. Wer signalisiert: „Ich verstehe, dass du traurig bist, aber wir kaufen das heute nicht“, gibt dem Kind Halt – auch ohne das Portemonnaie zu öffnen.

 

Katharina Pieper