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Vorschule? Schon mittendrin!

Warum Schulvorbereitung bei uns nicht erst im letzten Kindergartenjahr beginnt, sondern Kinder vom ersten Tag an begleitet.

Kinderland Greven Eschstraße

 

Vorschularbeit beginnt bei uns nicht erst im letzten Kindergartenjahr. Sie beginnt auch nicht mit einem Stift, einem Arbeitsblatt oder der ersten Schwungübung. Vorschularbeit beginnt bei uns mit dem ersten Kindergartentag. Bereits unsere Jüngsten in der Mäusegruppe sammeln täglich wertvolle Erfahrungen, die sie in ihrer Entwicklung stärken und auf ihrem weiteren Bildungsweg begleiten.

Denn wir sind überzeugt: Schulvorbereitung ist kein zeitlich begrenztes Angebot, sondern ein ganzheitlicher Bildungsprozess, der sich durch die gesamte Kindergartenzeit zieht.

Diese Haltung ist fest in unserer Reggio-orientierten Pädagogik verankert. Wir betrachten Kinder als neugierige, kompetente und aktive Gestalter ihrer eigenen Entwicklung. Sie bringen von Anfang an Fähigkeiten, Interessen und eigene Vorstellungen mit. Unsere Aufgabe ist es, ihnen Raum, Zeit und Möglichkeiten zu geben, ihre Umwelt selbstständig zu erforschen, Erfahrungen zu sammeln und daran zu wachsen.

Lernen steckt in jedem Moment

Wenn Kinder einen Turm bauen, entwickeln sie eigene Ideen, schmieden Pläne und suchen nach Lösungen. Fällt der Turm um, erleben sie, dass nicht immer alles auf Anhieb gelingt. Sie lernen, mit Enttäuschungen umzugehen, neue Wege auszuprobieren und dranzubleiben. Dabei entwickeln sie wichtige Kompetenzen wie Problemlösefähigkeit, Ausdauer und Frustrationstoleranz.

Manchmal beginnt ein Bauvorhaben aber auch schon auf dem Papier. Kinder entwickeln eigene Baupläne, halten ihre Vorstellungen zeichnerisch fest und setzen diese anschließend in die Praxis um. Dabei setzen sie sich ganz selbstverständlich mit Stiften auseinander, erproben unterschiedliche Bewegungsabläufe und entwickeln ihre feinmotorischen und grafomotorischen Fähigkeiten weiter. Die Förderung der Stifthaltung und Handmotorik findet somit nicht ausschließlich am Maltisch oder durch vorgegebene Schwungübungen statt, sondern wird sinnvoll in die Interessen und Tätigkeiten der Kinder eingebunden.

Wenn Kinder ihren Alltag zunehmend selbstständig gestalten, beispielsweise beim Anziehen, Tischdecken oder bei alltäglichen Entscheidungen, entwickeln sie Selbstvertrauen, Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit. Sie erfahren, dass sie Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen und ihre Umgebung aktiv mitgestalten können.

Auch beim Forschen, Experimentieren, Bewegen, Gestalten und Fragenstellen werden täglich wichtige Grundlagen für das spätere Lernen geschaffen.

Ganz im Sinne der Reggio-Pädagogik verstehen wir dabei auch die Umgebung als wichtigen Bestandteil des Lernens. Anregende Materialien, vielfältige Räume und die Möglichkeit, eigene Ideen zu verfolgen, laden Kinder dazu ein, selbst aktiv zu werden.

Als pädagogische Fachkräfte begleiten wir diese Bildungsprozesse aufmerksam, greifen Fragen und Interessen auf, schaffen neue Lernanreize und unterstützen die Kinder darin, eigene Antworten und Lösungswege zu entwickeln.

Wenn aus Kinderfragen Bildungsprojekte entstehen

Wie vielfältig alltagsintegrierte Bildungsprozesse sein können, zeigte sich zuletzt in unserer Fuchsgruppe.

Aussagen wie „Du bist nicht mehr mein Freund“ oder „Ich lade dich nicht mehr ein“ wurden zunehmend Teil des kindlichen Miteinanders. Wir griffen diese Situationen auf und entwickelten gemeinsam mit den Kindern ein mehrwöchiges Projekt rund um das Thema Freundschaft.

Was bedeutet Freundschaft eigentlich? Wie fühlt es sich an, ausgeschlossen zu werden? Was macht eine gute Freundschaft aus und wie können wir Konflikte miteinander lösen?

Aus diesen Fragen entstanden vielfältige Gespräche, gemeinsame Aktivitäten und kreative Bildungsangebote. Unter anderem machten sich die Kinder gemeinsam auf den Weg, um Perlen für Freundschaftsarmbänder einzukaufen. Anschließend wurden die Armbänder mit viel Geduld und Konzentration gestaltet.

Was zunächst wie eine kreative Beschäftigung erscheint, vereint zahlreiche Bildungsbereiche: Beim Auffädeln der Perlen wurden die Feinmotorik, die Auge-Hand-Koordination und die Konzentrationsfähigkeit gefördert. Gleichzeitig tauschten sich die Kinder aus, unterstützten sich gegenseitig, trafen Entscheidungen und setzten sich mit der Bedeutung von Freundschaft auseinander.

Ein Projekt, das aus den Lebenswelten und Bedürfnissen der Kinder entstanden ist und gleichzeitig sprachliche, soziale, emotionale, kognitive und motorische Kompetenzen miteinander verbunden hat.

Genau darin zeigt sich unser Verständnis von Bildung: Wir greifen die Themen auf, die Kinder tatsächlich beschäftigen, und gestalten daraus ganzheitliche Lerngelegenheiten, die für sie eine persönliche Bedeutung haben.

Und was ist mit unseren Vorschulkindern?

Selbstverständlich nimmt das letzte Kindergartenjahr eine besondere Bedeutung ein. Unsere ältesten Kinder übernehmen zunehmend Verantwortung, erleben sich in ihrer neuen Rolle und setzen sich bewusst mit dem bevorstehenden Übergang in die Schule auseinander.

Auch in dieser Phase orientieren wir uns an den Interessen, Bedürfnissen und individuellen Entwicklungswegen der Kinder. Sie gestalten Projekte mit, übernehmen Verantwortung und erleben, dass ihre Ideen und Entscheidungen Bedeutung haben.

Denn Schulvorbereitung bedeutet für uns nicht, schulische Lerninhalte möglichst früh vorwegzunehmen. Vielmehr möchten wir Kinder in ihrer gesamten Persönlichkeit stärken und ihnen die Kompetenzen mitgeben, die sie benötigen, um neuen Herausforderungen neugierig, selbstständig und zuversichtlich zu begegnen.

Und genau deshalb findet Vorschularbeit bei uns nicht nur in der Fuchsgruppe statt, sondern überall dort, wo Kinder wachsen, entdecken, ausprobieren und über sich hinauswachsen.

Vorschularbeit ist für uns kein einzelnes Angebot, sondern ein selbstverständlicher Bestandteil unserer täglichen pädagogischen Arbeit.