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Unser kleines WIR

Wie aus Gesprächen, Ideen und Freundschaftsarmbändern ein gemeinsames Projekt entstand

Kinderland Greven Eschstraße

 

„Du bist dann nicht mehr mein Freund!“ oder „Ich lade dich nicht mehr zu meinem Geburtstag ein!“ 

Solche Sätze kennen wir aus dem Kinderalltag. Sie waren für uns in der Fuchsgruppe der Anlass, uns im Rahmen eines Projektes genauer mit dem Thema Freundschaft zu beschäftigen.

Was bedeutet es eigentlich, ein Freund oder eine Freundin zu sein? Was macht eine gute Freundschaft aus? Und was gehört für uns zu einer guten Freundschaft?

Gemeinsam haben wir darüber gesprochen, was Freundschaft für jedes einzelne Kind bedeutet. Dabei wurde deutlich, dass Freundschaften ganz unterschiedlich sein können und dass es auch dazugehört, eigene Wünsche und Bedürfnisse zu haben. Ein Freund muss nicht immer alles genauso machen oder denken wie man selbst. So meinte ein Kind: „Man darf mit anderen spielen.“ Ein anderes Kind ergänzte: „Man kann sich Freunde suchen.“ Auch der Gedanke, dass Freundschaften nicht immer gleich aussehen müssen, wurde deutlich. Ein Kind brachte es so auf den Punkt: „Wenn man mal mit einem alten Freund spielen möchte, ist das auch okay.“ Auch der Wunsch nach Zeit für sich selbst fand seinen Platz: „Wenn jemand mal alleine spielen möchte, darf er das auch.“

Besonders wichtig waren den Kindern Vertrauen und das Gefühl, miteinander verbunden zu sein. Ein Kind sagte dazu: „Man sollte sich vertrauen.“ Im Laufe unserer Gespräche entstand schließlich die Idee, diese Verbundenheit sichtbar zu machen. Die Kinder kamen auf die Idee, Freundschaftsarmbänder zu gestalten und miteinander zu teilen. So entstand der Wunsch, gemeinsam Perlen auszusuchen und Armbänder für sich selbst oder für einen Freund oder eine Freundin zu gestalten.

Am nächsten Tag machten wir uns deshalb auf den Weg in die Stadt, um Perlen für Freundschaftsarmbänder zu kaufen. Die Kinder konnten sich ihre Farben und Perlen selbst aussuchen. Zurück in der Fuchsgruppe begann die Produktion und ab diesem Zeitpunkt stand die Armbandproduktion kaum noch still. Es wurde aufgefädelt, kombiniert, verschenkt und sich gegenseitig eine Freude gemacht. Dabei entstanden ganz unterschiedliche Armbänder, genauso unterschiedlich wie die Freundschaften in unserer Gruppe.

Im Anschluss beschäftigten wir uns mit dem Buch „Das kleine Wir“. Das kleine Wir erzählt davon, wie schön es ist, miteinander verbunden zu sein und füreinander da zu sein. Nach dem Lesen ist das kleine Wir bei uns in der Fuchsgruppe eingezogen und hat uns noch eine Weile begleitet. Gemeinsam haben wir überlegt, was unser eigenes kleines Wir wachsen lässt. Wir stellten fest, dass Freundschaft, Zusammenhalt, Vertrauen und gegenseitige Rücksichtnahme unser kleines Wir stärken können.

Doch zu einer Freundschaft gehören nicht nur schöne und gemeinsame Momente. Auch unterschiedliche Meinungen und Streit können dazugehören. Deshalb beschäftigten wir uns anschließend genauer mit der Frage, was passiert, wenn Freunde einmal unterschiedlicher Meinung sind oder miteinander streiten.

Wir stellten fest: Auch unter Freunden kann es unterschiedliche Meinungen geben. Jeder Mensch darf seine eigene Meinung haben und Dinge anders sehen. Entscheidend ist, wie wir miteinander umgehen, wenn wir uns nicht einig sind. Die Kinder waren sich einig, dass man sich nicht anschreien sollte. „Man soll sich nicht anschreien“, sagte ein Kind. Wenn es trotzdem einmal zu einem Streit kommt, kann man darüber sprechen und versuchen, sich wieder zu vertragen. Ein Kind formulierte es so: „Wenn man sich doch streitet, kann man darüber reden und sich wieder vertragen.“ Auch die Vorstellung, dass ein Streit nicht für immer bestehen bleiben muss, beschäftigte die Kinder: „Wenn man sich streitet, muss man danach auch wieder aufhören.“

Dabei wurde unsere Projektidee immer wieder ganz praktisch erlebbar: Freundschaft bedeutet, miteinander verbunden zu sein, einander zu vertrauen, Rücksicht zu nehmen und trotzdem man selbst bleiben zu dürfen.

Und vielleicht ist genau das eine der schönsten Erkenntnisse aus unserem Projekt: Eine Freundschaft muss nicht immer konfliktfrei sein. Unterschiedliche Meinungen gehören dazu. Wichtig ist, dass wir lernen, miteinander ins Gespräch zu kommen, einander zuzuhören und nach einem Streit wieder aufeinander zuzugehen. 

Unser kleines Wir kann dabei wachsen, wenn wir füreinander da sind und einander zeigen: Du bist mir wichtig.