Wettringer

Wegbereiter vorgestellt

Berichterstattung vom 29.12.2021, Münsterländische Volkszeitung, Seite Wettringen, Julian Lorenbeck

 

Wettringen. Benachteiligte Jugendliche, ehemals langzeitarbeitslose Menschen, Personen mit einem Handicap oder Geflüchtete - sie haben es häufig nicht leicht auf dem Arbeitsmarkt. Doch es gibt Unternehmen, die diese Menschen bei sich aufnehmen und sie auf ihrem Weg begleiten und ihnen wieder eine berufliche Chance bieten. Dafür bekommen sie von „Lernen fördern", einem gemeinnützigen Unternehmerverbund alle zwei Jahre das Siegel „Wegbereiter“. Damit soll die „Wahrnehmung unternehmerischer Sozialver­antwortung" ausgezeichnet werden. Und die Zahl der Un­ternehmen wächst, die sich beteiligen. Bei der ersten Auszeichnung 2017 waren es noch 94 Betriebe aus dem Kreis Steinfurt, 2019 101 Betriebe und Ende dieses Jahres wurden 111 Betriebe ausgezeichnet.

Nominiert werden Unternehmen, die bereits Kooperationspartner von „Lernen fördern" sind. Das sind im Kreis rund 4000 Unternehmen. Wer nominiert ist, wird quasi auch ausgezeichnet. Es sei denn, man lehnt die Nominierung ab. In diesem Jahr gehören zu den Ausgezeichneten der Fliesenfachbetrieb „Fehlker und Berning“ sowie „Jumbo-Transfer-Spedition" aus Wettringen. Eine Voraussetzung dieser Nominierung ist, dass die Unternehmen mindestens eine Person mit einem Förderbedarf in Festanstellung oder in Ausbildung gebracht haben. Auch andere Dinge, wie Kooperationsbereitschaft oder der eigene Einsatz spielen eine Rolle für die Nominierung. „Wir wollen mit der Auszeichnung ein Kompliment geben. Wir wissen, dass das kein einfaches Brot ist. Dafür muss man eine gewisse soziale Verantwortung haben", sagt Dorothee Hersebrock. Mit der Auszeichnung wolle man diesen Einsatz sichtbar machen. Er habe schon vor der Zusammenarbeit mit „Lernen fördern“ Auszubildende eingestellt, die keinen Schulabschluss gehabt hätten. „Ich finde es wichtig, dass diese Leute einen gesellschaftlichen Zugang bekommen“, sagt Sascha Krümpel. Einer von ihnen hätte sogar später als Jahrgangsbester abgeschlossen und stünde voll im Leben. Klar, habe er auch schon schlechte Erfahrungen gemacht, aber „davon darf man sich nicht entmutigen lassen". Zuletzt schloss der Geflüchtete Roger aus dem Kongo bei ihm im September die Ausbildung zum Berufskraftfahrer ab. Zum Anfang gab es für den französischen Muttersprachler große Probleme mit der Sprache- „Wir haben dann am Anfang mit Musterpaletten gearbeitet", sagt Thomas Feldmann, pädagogische Fachkraft bei Lernen fördern. Außerdem habe Roger jeden Deutschkursus besucht, der möglich war. Jetzt fährt er für das Unternehmen und ist voll im Team integriert. „Für solche Erlebnisse macht man es", findet Krümpel. Timo Berning hat mittlerweile den vierten, von „Lernen fördern“ vermittelten Auszubildenden kurz vor dem Abschluss. Zwei von ihnen wurden übernommen und arbeiten aktuell als Gesellen im Betrieb. „Ich muss auch ehrlich sein, wir haben auch gar keine andere Möglichkeit, als das nicht zu machen. Wir müssen diese Wege gehen, weil sonst haben wir bald niemanden mehr“, so Berning. Bei der Integration gebe es keine Probleme, im Betrieb stünden alle auf einer Stufe.

„Für uns ist wichtig: Die Leute müssen es wollen. Dann kann man das auch schaffen.“ Er freut sich über die Auszeichnung und die Anerkennung als „Wegbereiter". Während ihrer Ausbildung werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur von den Unternehmen unterstützt, sondern auch weiterhin von „Lernen fördern“ begleitet. Für Fehlker und Berning ist es bereits die zweite Auszeichnung. Zuvor wurden auch schon das DRK-Familienzentrum „Unsere kleine Farm", die Mirotec Glas- und Metallbau GmbH als Wettringer Kooperationspartner mit dem Siegel ausgezeichnet.

 

 

Bild: Julian Lorenbeck, MW | Auszeichnung für soziales Unternehmertum (y. 1,): Melanie Seifert (Bereichsleiterin Lernen fördern), Timo Berning (Fliesenfachbetrieb Fehlker und Berning), Sascha Krümpel (Jumbo-Transfer-Spedition) und Thomas Feldmann (pädagogische Fachkraft Lernen fördern Rheine).

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