Phillip fährt jetzt Minibagger

Berichterstattung aus der IVZ/WN vom 9.11.2021

Michael Hagel, WN

Dies ist die Geschichte eines jungen Mannes, der sich trotz mancher Widernisse nicht hat unterkriegen lassen. Der einfach nicht aufgegeben hat, obwohl er manchmal kurz davor stand. Und der am Ende etwas erreicht hat, das ihm viele nicht zugetraut haben, das er sich phasenweise selbst nicht zugetraut hat: Dies ist die Geschichte, wie sich Phillip Isermann trotz gewisser Einschränkungen seinen Gesellenbrief er kämpft hat.

Weil er es unbedingt wollte - und weil ihm engagierte Menschen dabei geholfen haben. Der 20-jährige Phillip wollte gerne auf den Bau und begann, zunächst als Praktikant bei der Firma Dinkhof in Wettringen zu arbeiten. „Schnell wurde klar, dass einerseits mehr bei ihm drin war, er aber andererseits bei seinem Ziel, dort eine Ausbildung zu absolvieren, fachliche und sozialpädagogische Hilfe benötigte", erklärt Lud­ger Lünenborg, stellv. Geschäftsführer von „Lernen fördern". Sein Unternehmen bietet in enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, die das auch finanziert, eine solche Unterstützung während der Ausbildung an. „Das ist gar nicht so selten, dass Azubis diese Hilfen benötigen", so Lünenborg.

„Phillip wusste selbst, dass er bestimmte Einschränkungen hat und sich manche Dinge nicht so gut merken kann", sagt Josef Wemmer. Der gelernte Architekt ist Lehrkraft bei „Lernen fördern" und damit genau der Richtige, um dem jungen Mann bei seinem Berufswunsch „Tiefbau-Facharbeiter Straßenbau" zu unterstützen.

Wemmer und Phillip Isermann kamen zusammen, Sabine Bockisch, ebenfalls von „Lernen fördern", kümmerte sich um den pädagogischen Unterstützungs-Part. ,,Man kann für die Prüfungen einen sogenannten Nachteilsausgleich beantragen" sagt Bockisch, also eine besondere Unterstützung. Bei Philipp war das auch deshalb notwendig, weil er massive Prüfungsangst hatte. So durfte er zur Prüfung in einen Einzelraum, ebenso bei seinen Prüfungen für den Führerschein und die Bohrmaschine. Und dennoch:

Zwei Mal fiel Phillip Isermann bei den Prüfungen durch, war nach eigenen Worten „kurz davor, alles hinzuschmeißen." Vor allem mit dem Fach Mathematik stand er auf Kriegsfuß: ,,Das war das Schlimmste!" Josef Wemmer und Sabine Bockisch aber wollten ein Scheitern nicht akzeptieren, Phillip dann letztendlich auch nicht.

Mit viel Geduld kümmerten sie sich um ihren Schützling, immer in dem Bewusstsein, dass es sich lohnt. Also auf zum dritten Anlauf. Wieder Blockunterricht bei den „Lernen fördern" - Fachkräften, wieder zwei Mal pro Woche vier bis fünf Stun­den Mathe, Fachkunde, technische Kommunikation, Wirtschafts- und Sozialkunde pauken.

"Ganz ehrlich: Lieber pflastere ich 100 Quadratmeter, als dass ich eine Stunde Mathe lerne", sagt Phillip .


Gelernt hat er dann dennoch - und im dritten Anlauf seine Abschlussprüfung bestanden. Als er dann den Gesellenbrief in seinen Händen hielt, war das so ein Moment für die Ewigkeit, für ihn selbst, aber irgendwie auch Sabine Bockisch und Wemmer. ,,Klar bin ich sehr stolz drauf", sagt Phillip „Jetzt stehen mir auch mehr Sachen in meine Berufsleben offen." Und jetzt fährt auch einen kleinen Mobilbagger, mit dem er auf den Bürgersteigen buddelt, um dort Kabel zu verlegen. Sein nächstes Ziel? ,,Ich würde gerne den LKW-Führer machen." Mal sehen, wann er dieses Ziel realisieren kann.

 

Wer sich für die assistierte Ausbildung interessiert kann sich bei der Agentur für Arbeit, Tel. (0 59 71) 93 08 00, rheine@arbeitsagentur.de, oder bei „Lernen fördern", Tel. (0 54 51) 59480, info@lernenfoerdern.de melden. Kreisweit bietet „Lernen fördern" insgesamt gut 550 Plätze an - in Steinfurt, lbbenbüren, Rheine, aber auch in Emsdetten, Greven und Lengerich.


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