Tiergestützte Pädagogik mit Schnecken

Unsere Erzieherin im Anerkennungsjahr berichtet über ihre Erfahrungen

Welche Ziele hat die Tiergestützte Pädagogik?

Die Tiergestützte Pädagogik (TP) verfolgt drei wesentliche Hauptziele. Dazu gehören (klein -) Tiere im Artgerechten Lebensraum zu erleben, die Versorgung wie auch die Pflege dieser und die Freude an der Beobachtung (aktiven Kontakt zu den Tieren). Darunter kann man verstehen, dass alle Tiere entsprechend ihrer Bedürfnisse und angepasst an ihrem natürlichen Lebensraum gehalten werden. Die Kinder haben somit die Möglichkeit die Tiere in ihrem arteigenen Verhalten erleben zu können. Durch die Versorgung und die Pflege lernen Kinder Verantwortung für die Tiere zu übernehmen, indem sie z.B. den Lebensraum der Lebewesen sauber halten. Dazu kommt, dass die Kinder Freude an der Beobachtung entwickeln und somit offen für etwas Neues werden. Sie haben dadurch einen aktiven Kontakt zu anderen Lebewesen, wessen Lebensweise sie mit ihren eigenen vergleichen können. Durch Beobachtungen können die Kinder Vermutungen aufstellen. Die Tiergestützte Pädagogik hat dazu weitere wichtige Ziele. Zum Beispiel erweitern die Kinder ihre Kenntnisse im Naturwissenschaftlichen Bereich, indem sie sich mit Fragen auseinandersetzten. Der Bereich der sensorischen Wahrnehmung wird ebenso abgedeckt, denn die Kinder machen unterschiedlichste taktile Erfahrungen im Umgang mit Tieren. Jedes Tier bringt sein eigenes Wesen mit sich, dieses kann auch unterschiedlichste Auswirkungen auf die Kinderhaben. Die Achatschnecke, welche z.B. eher langsam und ruhig ist, kann dieses Verhalten auch auf die Kinder übertragen. Somit bieten sich viele positive Möglichkeiten in der Arbeit mit der Tiergestützten Pädagogik an. Die Achatschnecke Auch Ostafrikanische – Riesenschnecke kommt, wie es der Name schon sagt, aus Afrika. Mittlerweile kommt sie allerdings auch schon in Asien und auch in Nordamerika vor. Die Achatschnecke kann bis zu 30 cm lang und in Haltung bis zu 10 Jahre alt werden. Es gibt neben der Achatschnecke elf verschiedene Arten der Riesenschnecke diese bewohnen vorzugsweise Regenwälder oder Sümpfe aber auch trockene Steppen sind teilweise von ihnen bevölkert. Oft befinden sie sich in Laub, im Gebüsch, unter Steinen, aber auch auf Bäumen.

Wie wird die Arbeit mit den Achatschnecken in der Einrichtung umgesetzt?

Die Tiere werden im Kindergartenalltag eingesetzt. Hier haben sie die Möglichkeit gemeinsam mit ihren Erzieher*innen den Lebensraum der Schnecken sauber zu halten und zu pflegen. Dazu gehört auch die Alltägliche Versorgung wie Futter, frisches Wasser und den Lebensraum stets feucht zu halten. Auch das Beobachten spielt eine wesentliche Rolle. Das Terrarium der Achatschnecken ist auf der Augenhöhe der Kinder, somit hat jedes der Kinder die Möglichkeit diese zu beobachten und im Gruppengeschehen wahrzunehmen. Sie haben die Tiere im Blick und können selbständig Theorien zu ihren Beobachtungen aufstellen. Aufkommende Fragen werden gemeinsam mit den Fachkräften geklärt. Somit findet auch ein regelmäßiges auseinandersetzten mit der Lebenswelt der Schnecke statt.

Welche Wirkung kann die Tiergestützte Pädagogik auf die Kinder haben?

Schnecken lösen automatisch Neugierde, Faszination und einen Beobachtungsdran bei Kindern aus und bieten somit viele verschiedene Chancen an. Da Kinder eher weniger traumatische Erfahrungen mit Schnecken gemacht haben, bildet dieser kaum ein Hindernis, wodurch sie den Drang mehr über diese Tiere erfahren zu wollen, nachkommen können. Anfangs treten des Öfteren Ekelgefühle auf, welche allerdings durch die aufkommende Neugierde mit der Zeit verschwinden. Weitere Wirkungen sind, dass die Fein – und Grobmotorik der Kinder gefördert werden, indem sie die Schnecken vorsichtig und mit wenig Druck auf der Hand halten können. Das Selbstbewusstsein der Kinder wird ebenso Gestärkt dadurch, dass die Schnecke aus ihrem „Häuschen“ kommt sobald sie sich wohl fühlt. Selbstkenntnisse werden wahrgenommen und weiter entwickelt, indem die Kinder erfahren wo ihre Stärken liegen. Caroline Witt


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