„Tag mit Handicap“

Kinderland Am Wittenbrink lebt Inklusions-Gedanken

Wie es wohl wäre, nicht sehen oder sprechen zu können. Welche Alltagsprobleme hätte ich ohne Beine oder ohne Hände? Im Rahmen des Aktionstages #MissionInklusion wurden die 67 Kinder des Kinderlandes am Wittenbrink für diese und ähnliche Fragen sensibilisiert.Die Aktion Mensch hatte Einrichtungen aufgerufen, im Aktionszeitraum 27. April bis 12. Mai die Botschaft von Inklusion durch entsprechende Angebote in die Gesellschaft zu tragen. Judith Salzmann, Fachkraft für inklusive Erziehung im Kinderland, hatte gemeinsam mit dem gesamten Team mehrere Stationen vorbereitet. Unter anderem sollten die Kinder mit verbundenen Augen einen Parcours durchgehen, Gegenstände transportieren, ohne die Hände zu benutzen, oder Kommunizieren, ohne zu sprechen. Im Anschluss an die Aufgaben, bei denen jeweils auch der Spaß nicht zu kurz kam, gab es kleine Schlussreflexionen. Da sei direkt deutlich geworden, wie unterschiedlich schwer den Kindern die Aufgaben mit diesem oder jenem Handicap gefallen seien, so Salzmann. Bernhard Jäschke, Geschäftsführer des Lernen fördern e.V. (Einrichtungsträger), hatte den „Tag mit Handicap“ in der Einrichtung angeregt und stellte sich gerne den kleinen Selbstversuchen. Er war sehr angetan, wie das Thema vor Ort für die Kinder umgesetzt wurde. „Ich halte es für überaus wichtig, die Kinder schon früh an den Umgang mit gehandicapten Menschen heranzuführen.“ Gerade im Bereich Kindergärten werde es künftig immer weniger Sondereinrichtungen geben, die Tendenz gehe da noch deutlicher als bei den Schulen in Richtung Inklusion. Eine Entwicklung, die Jäschke begrüßt: „Ich weiß gar nicht, wer mehr davon profitiert: die Kinder mit Handicap, oder die ohne.“ „Kinder reagieren nur dann komisch auf Behinderungen, wenn sie nicht von früh auf lernen, den Umgang mit behinderten Menschen als normal zu empfinden“, meint auch Einrichtungsleiterin Uta Wilbers. Sie ist selbst Heilpädagogin und hat ihre Erfahrungen an Judith Salzmann weitergegeben. Die hat als Fachkraft für inklusive Erziehung natürlich die betreffenden Kinder im Auge und ist „Wächterin des Themas“ (Jäschke) in der Einrichtung, arbeitet ansonsten aber ganz normal als Erzieherin. Vier bis fünf Kinder mit Behinderung oder Entwicklungsverzögerungen betreut das Kinderland am Wittenbrink regelmäßig. Die Inklusionskinder sind über alle drei Gruppen verteilt. Sie in einer gesondert betreuten Gruppe zusammenzufassen würde schließlich das überholte Modell nur „eine Ebene tiefer“ fortsetzen, zeigte sich auch Marina Hengstler, Verbundleiterin der vier Ibbenbürener Kinderland-Einrichtungen, überzeugt vom Kinderland-Konzept. In der Einrichtung Am Wittenbrink wurde der Aktionstag als großer Erfolg verbucht und soll natürlich wiederholt werden. „Vielleicht holen wir dann auch noch die Eltern ins Boot“, hatte Judith Salzmann bereits erste Ideen zur Optimierung im Kopf.Pressebericht IVZ, von Holger Luck,09.05.2019


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