Schulfähigkeit – Was bedeutet das?

 

Nun ist es wieder soweit. Die Schulkindgespräche beginnen. Die Schulanmeldung steht vor der Tür. Die Schuki – Gruppe im Kinderland startet. Die amtsärztliche Untersuchung findet für die Schulkinder statt und vieles mehr….

Es stehen unglaublich viele Termine an. Das letzte Kindergartenjahr ist sowohl für die Kinder als auch die Eltern unglaublich aufregend! Über all die Themen, Termine, Feste und Aktionen steht ein großes Wort – SCHULFÄHIGKEIT! Ein Wort, welches Vorfreude und Motivation aber auch Bauchschmerzen und Sorge bereitet. Eltern stellen sich die Frage, ist mein Kind gut vorbereitet für die Schule? Wie kann ich mein Kind darauf vorbereiten? Auch die Kinder spüren die steigenden Anforderungen, z.B. Zahlen erkennen, Doppelaufträge verstehen und umsetzen, Verantwortung für seine eigenen Sachen übernehmen und und und. Viele Dinge/Aufgaben erscheinen uns selbstverständlich bzw. werden plötzlich von dem angehenden Schulkind erwartet/verlangt.

Wie können wir das angehende Schulkind stärken und fördern, damit es gut vorbereitet in die Schule gehen kann?

Es sind vor allem die alltäglichen Dinge, die ein Kind für die Schule stärken z.B. beim Kochen helfen, selbstständig An- und Ausziehen, gemeinsames Einkaufen oder tägliche Aufgaben „übernehmen“ (z.B. Spülmaschine einräumen), Zeitangaben verstehen und verwenden etc..

Einige mögen sich fragen, was diese Tätigkeiten mit der Schulvorbereitung zu tun haben. Dies möchte ich gerne an dem Beispiel „gemeinsames Einkaufen gehen“ verdeutlichen.

Das angehende Schulkind bekommt die Aufgabe folgende Dinge, 2x Banane, 3x Gurke und 2x Zucker, während des Einkaufs in seinen Einkaufswagen zu legen. Diese Aufgabe fördert gleich mehrere Bereiche:

- Das Mengenverständnis: Das Kind muss wissen, wie viel z.B. zwei Pakete Zucker sind und das drei Gurken mehr sind als zwei Bananen. Darf an der Kasse selbst bezahlen, dadurch lernt es diverse Geldstücke kennen und deren Wert einzuschätzen (Kupfergeld ist weniger Wert als z.B. ein Schein).

- Visuelle Wahrnehmung: Wiedererkennung von verschiedenen Lebensmitteln und deren Verpackung.

- Orientierungssinn: Das Kind lernt sich im Laden zu Recht zu finden, ggf. auch selbstständig während ein Elternteil sich anderen Dingen widmet. Es muss wissen, wo Obst und Gemüse gelagert wird und den entsprechenden Gang finden.

- Aufmerksamkeit / Konzentration: Geräusche, Unterhaltungen oder auch spannende Lebensmittel müssen vom Kind ausgeblendet werden.

- Merkfähigkeit: Das Kind muss sich den Auftrag in einer ablenkenden Umgebung merken und umsetzen.

Sozial-Emotional: Das Kind muss sich von den Eltern lösen können. Es erfährt, dass es selbstwirksam sein kann. Es wird dem Kind etwas zugetraut und es lernt sich selbst zu vertrauen. Es muss ggf. mit andere Kunden in Kontakt treten und um Hilfe bitten. Es muss im Geschäft vor fremden Personen laut und deutlich sprechen. Es lernt beim Einkaufen eigene Wünsche / Bedürfnisse zurückzustellen und sich auf die Einkaufsliste zu konzentrieren.

Hinter diesen einfachen Tätigkeiten stecken enorm viele Kompetenzen, die für den Schulstart besonders wichtig sind. Ein Beispiel aus dem Buch „Topfit für die Schule“ von Rupert Dernick, wie die Aufgabe in der Schule mit ähnlichen Lernfeldern lauten könnte, ist folgende:

„So, nun räumt die Rechenhefte in den Ranzen, sucht das grüne Lesebuch heraus und schlagt Seite 8 auf.“, sagt die Lehrerin.

Um diese vielleicht einfach klingenden Aufforderung in den ersten Schultagen nachzukommen, bedarf es einer Menge Fähigkeiten. Tom muss aus der Fülle der Geräusche und Ablenkung die Stimme seiner Lehrerin heraushören, eventuell Unlustgefühle überwinden (vielleicht hätte er lieber weitergerechnet) und sich vier Aufträge über mehrere Minuten merken (denn so lange dauert es in der Regel bis alle Schüler so weit sind, um mit dem Lesen zu beginnen).“ (Zitat: Dernick, 2019) Ebenso wichtig sind die Fähigkeiten der visuellen Wahrnehmung (grünes Lesebuch) und des Mengenverständnisses (Seite 8). (Vgl.: Dernick,2019)

In dem Beispiel wird ziemlich deutlich, wie wichtig es für Kinder ist alltägliche Aufgaben umsetzen zu dürfen und am echten Leben teilhaben zu können. Ebenso wichtig ist das selbstständige Handeln des angehenden Schulkindes. Alleine An- und Ausziehen, Schleife binden, alleine zur Toilette gehen (auch beim großen Geschäft), Witterungen und entsprechende Kleidung kennen, sowie Acht geben auf seine Kleidung und Spielmaterialien sind wichtige Vorläuferfähigkeiten für den täglichen Schulalltag.

Graphomotorische Übungen sind eine Ergänzung zu den feinmotorischen Fähigkeiten, die ebenso durch alltägliche Tätigkeiten geschult werden können, z.B. Obst und Gemüse schneiden, Kleidung zusammenlegen oder das Brot alleine schmieren.

Unser Alltag besteht aus vielfältigen Tätigkeiten, Aufgaben und Anforderungen die vom ca. 1,5 Lebensjahr an geübt, angepasst und weiterentwickelt werden können, um das angehende Schulkind gut vorbereitet und mit einem positiven Gefühl zur Schule gehen zu lassen. So ist das Kind nicht nur für die Schule gut vorbereitet, sondern entwickelt ein auch positives und gestärktes Selbstbild von sich selbst! Denn es hat in all den Jahren gelernt „Ich kann das! Ich schaffe das! Mama und Papa glauben an mich und trauen mir neue Aufgaben zu!“

Nehmen Sie sich den Druck Ihr Kind schulfertig zu machen! Rechnen, Schreiben, Lesen etc. sind Unterrichtsfächer in denen Ihr Kind all diese Kompetenzen erwerben kann. Sich im Alltag zu orientieren, die alltäglichen Anforderungen zu bewältigen und offen für unbekannte Aufgaben zu sein, das sind Fähigkeiten, die es für einen gelungenen Schulstart benötigt!

Quellenangabe: Dernick Rupert und Küstenmacher Werner Tiki Topfit durch die Schule durch kreatives Lernen im Familienalltag Buch München Kösel – Verlag 2019 Auflage 11

 

Daniela Hagedorn


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