Ruhe, Licht und Entspannung

SNOEZELN...was ist das?

In unserer Einrichtung können wir regelmäßig unseren Snoezelenraum nutzen. Die Kinder genießen dieses Angebot. Aber was ist snoezelen denn eigentlich? Der Begriff „snoezelen“ (gesprochen: snuselen) ist eine Wortkreation aus den niederländischen Worten: „sniffelen“ (schnüffeln, riechen) und „doezelen“ (dösen, ruhen). Begründet wurde das Konzept des klassischen Snoezelens von den Niederländern Jan Hulegge und Ad Verheul während ihrer Arbeit in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Nach ihrem Konzept ist das „bewusst ausgewählte Anbieten primärer Reize in einer angenehmen Atmosphäre“ gemeint. Danach bezieht sich das Snoezelen auf Wahrnehmungserfahrungen, indem alle fünf Sinne durch Reize durch Licht, Geräusche, Geruch, Geschmack und Reize, die über die Haut aufgenommen werden, angeregt werden sollen. Der typische Snoezelenraum ist in weißer Farbe gehalten. Dadurch können Lichtreize, wie farbiges Licht, am besten reflektiert werden. Zudem macht die weiße Farbe der Einrichtungsgegenstände den Raum reizarm und vermeidet somit Ablenkungen, womit das angebotene Material im Fokus des Snoezelns steht. Neben der weißen Einrichtung mit weichen Matten, Sitzbausteinen, Wasserbetten etc. können beispielsweise Lichtprojektoren, Wassersäulen, Spiegel in verschiedenen Formen, Lichtstränge u.v.m. eingesetzt werden. Weiterhin können Materialien zur taktil-kinästetischen Förderung genutzt werden wie „Kalt-/Warmmaterialien“ oder verschiedenes Massagematerial. Auch der Geruchssinn kann durch Material aus der Aromatherapie wie Duftöle angeregt werden. Akustische Elemente können ebenfalls, durch z.B. Entspannungsmusik oder gezielt eingesetzte Instrumente, genutzt werden. Das Snoezeln wird nach dem klassischen Konzept als ein freies Angebot verstanden, bei dem „nichts muss, aber alles gemacht werden darf“. Dies bedeutet, dass das Snoezelen selbstbestimmt genutzt werden darf. Die Menschen, die das Angebot des Snoezelens nutzen, sollen frei nach ihren Wünschen und Bedürfnissen handeln können. Sie sollen sich auf Reize konzentrieren können, die ihnen angenehm sind, und mit denen sie sich gern beschäftigen wollen. Neben dem klassischen Konzept des Snoezelens nach Verheul und Hulegge, das sich der Idee nach an die Zielgruppe von Menschen mit Behinderung gerichtet hat, gibt es einen weiterentwickelten Ansatz nach Martina Dennerlein. Dieser sieht das Snoezelen als „multifunktionales pädagogisches und therapeutisches Konzept“, das in unterschiedlichen Fachbereichen einsetzbar ist. Im Kindergarten setzen wir das Snoezelen ein, um den Kindern verschiedene Wahrnehmungsangebote zu bieten. Wir halten uns an das Gebot des klassischen Snoezelns, d.h. dass die Kinder sich bei dem Angebot frei entfalten dürfen, solange sie sich nicht selbst gefärden (z.B. bei einem wilden Sprung vom Wasserbett). Somit kann Snoezelen je nach Kleingruppe oder Kind, das daran teilnimmt, Entspannung oder auch Toben sein oder alles, dazwischen liegende, ganz nach Wünschen und Bedürfnislage der Kinder.

Maria Baolli


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