Pädagogische Fachkräfte des Lernen fördern: „Wir bleiben am Ball“

Berufsvorbereitung in alternativer Durchführung

 Emsdetten. „Wir bleiben am Ball“ ist Fiete Terhaer von dem Angebot der produktionsorientierten Berufsvorbereitung beim Lernen fördern überzeugt, aber eigentlich meint der gelernte Küchenmeister und pädagogische Anleiter im Albert Heitjans Haus an der Rheiner Straße „Wir bleiben an den Kochtöpfen!“ Das geschieht wie in vielen Bereichen wegen der Corona-Pandemie nicht in Präsenz in der Lehrküche vom Lernen fördern sondern in alternativer Durchführung per Telefon, Videokonferenzen und Internet in Mutters Küche zuhause.

„Um das Ganze nicht zu theoretisch zu gestalten, verteilen wir praktische Aufgaben, z.B. Kochen nach Rezepten. Unsere 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Rezepte, besorgen sich die notwendigen Zutaten, messen, schnibbeln, kochen und fotografieren letztendlich das fertig angerichtete Menü. Das Ergebnis senden sie dann auf digitalem Weg zu uns zurück. Selbstverständlich erhalten die Küchen Azubis auch eine ehrliche Rückmeldung!“ Das ist nur ein Beispiel für vielfältige Aufgaben.

Bei der produktionsorientierten Berufsvorbereitung (BvB Pro), die von Lernen fördern im Auftrag der Agentur für Arbeit durchgeführt wird, geht es trotz der Corona Beschränkungen weiter. Natürlich auch hier alternativ und auf Distanz. Die Teilnehmer werden von den Sozialpädagogen mit Arbeitsmaterial versorgt, täglich angerufen und wöchentlich einzeln zu individuellen Betreuungsterminen ins Albert Heitjans Haus an der Rheiner Straße eingeladen.

Besonders schwierig gestaltet sich in Corona Zeiten die Praktikumsstellensuche. Viele Betriebe tun sich aktuell sehr schwer, zusätzliche Praktikantinnen oder Praktikanten aufzunehmen. „Dabei ist die Qualifizierung und Empfehlung über Praktika das A und O der Berufsvorbereitung“ weiß Diplom-Sozialpädagogin Jutta Finke zu berichten. „Unsere Teilnehmenden können sich häufig nicht über tolle Zeugnisse empfehlen. Sie müssen die Betriebe über Einsatz, Motivation und Teamfähigkeit und Geschick überzeugen. Das hat in den vergangenen Jahren immer sehr gut funktioniert. In diesem Durchgang ist das leider alles schwieriger.“

Um den Kontakt zu den jungen Menschen nicht zu verlieren, werden maßgeschneiderte Aufgaben und Förderangebote für jeden Teilnehmer der BvB Pro entwickelt. Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden individuelle Ziele vereinbart und die Zielerreichung regelmäßig überprüft. In verschiedenen Berufsfeldern beim Lernen fördern oder in den Betriebspraktika sollen die jungen Menschen ihre individuellen Stärken und Interessen ausprobieren und entdecken. Bestenfalls mündet dies im Traumberuf oder zumindest in einer Ausbildungsstelle.

An zwei Tagen in der Woche werden die Teilnehmenden der Berufsvorbereitung zusätzlich am Hermann-Emanuel-Berufskolleg an der Arminstraße in Emsdetten unterrichtet. Hier können sie ihren Hauptschulabschluss nachholen oder den bereits erlangten Abschluss verbessern. Die Entwicklung der Teilnehmenden wird regelmäßig in gemeinsamen Gesprächen mit der Berufsberaterin der Agentur für Arbeit, Marina Reifferscheid ausgewertet. „Der regelmäßige Austausch über die individuelle Entwicklung und Förderung der einzelnen Teilnehmer ist wesentlicher Bestandteile der Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit und Lernen fördern“ betont Marina Reifferscheid. „Durch die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit haben in den vergangenen Jahren die Teilnehmenden mehrheitlich eine erfolgreiche Anschlussperspektive gefunden.“

Die Praxisanleitung beim Lernen fördern übernimmt Küchenmeister Fiete Terhaer, der mit den Teilnehmenden ein kleines „Restaurant“ im Albert Heitjans Haus betreibt. Hier wird einmal in der Woche geladenen Gästen ein 3 Gänge Menü, fachmännisch von den jungen Menschen serviert.

„Von der Planung des Menüs über Kalkulation, Zubereitung und Service sowie der Abrechnung, werden alle Aspekte der gastronomischen Unternehmung den Teilnehmenden vermittelt. Dieses Angebot können wir in der Corona Pandemie leider nicht anbieten.“ Ein weiteres Berufsfeld in der Berufsvorbereitung ist Holzverarbeitung. In der trägereigenen Holzwerkstatt am Frischolt können die Teilnehmenden ihre Fähigkeiten mit berufstypischen Werkzeugen und Handmaschinen am Werkstoff Holz erproben.

INFO-BOX:

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der produktionsorientierten Berufsvorbereitung beim Lernen fördern, Marion Diekmann (Projektleiterin), Jutta Finke (Sozialpädagogische Fachkraft) und Fiete Terhaer (Küchenmeister) sind telefonisch unter 02572 – 96032-0 oder per E-Mail über diekmann@lernenfoerdern.de zu erreichen.

Gefördert und unterstützt wird die Berufsvorbereitung beim Lernen fördern durch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Rheine. Berufsberaterin Marina Reifferscheid arbeitet eng mit den Fachkräften vom Lernen fördern zusammen und ist für die Auswahl der Teilnehmenden verantwortlich.

Kontakt: emsdetten.berufsberatung@arbeitsagentur.de

Küchenmeister Fiete Terhaer in der 1x1 Unterweisung mit einem Teilnehmer der Berufsvorbereitung, in Corona Zeiten natürlich mit Maske.

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