Normalität im Unnormalen

Berichterstattung aus der IVZ

Kita Heldermannpark ist seit ihrem Start im Dauer-Coronamodus Normalität im Unnormalen Die Kita Heldermannpark wurde neu gebaut und im Mai vergangenen Jahres – also mitten in der Corona-Pandemie – eingeweiht. Und weil die Regelungen so strikt sind, haben viele Eltern die Kita ihrer Kinder noch nie betreten. Nicht ein einziges Mal.

Das Lob kommt aus berufenem Munde: „Die legen sich wirklich mächtig ins Zeug. Wir fühlen uns gut mitgenommen.“ Das sagt Rabea Kubeczko. Sie ist Vorsitzende des Elternbeirats der Kita Kinderland Heldermannpark in Ibbenbüren. Und „Die“ – das sind die Erzieherinnen. Das Besondere: Die Kita wurde neu gebaut und im Mai vergangenen Jahres – also mitten in der Corona-Pandemie – eingeweiht.

Und weil die Regelungen so strikt sind, haben viele Eltern die Kita ihrer Kinder noch nie betreten. Nicht ein einziges Mal. Zumindest die meisten. Für die Eltern, die ihre kleinen Kinder eingewöhnen mussten, wurde eine Ausnahme gemacht, sagt Einrichtungsleiterin Vera Böggemann. Natürlich corona-konform, also mit Maske und Abstand und so. Aber nicht nur für die Kinder und die Eltern ist es ein besonderer Kita-Start geworden, sondern auch für das neue Team. Das hat nämlich auch so gut wie keinen Kontakt untereinander, nur in der eigenen Gruppe. Wie man da kommuniziert? Infostellwand im Personalraum (hier darf auch mal einfach ein positiver Spruch geschrieben werden oder ähnliches), Kommunikation über E-Mail, Erstellung von einer kleinen Mitarbeiterumfrage oder Videokonferenzen im Team oder einzeln, zählt Vera Böggemann auf. Oder ganz selten mal auf Abstand mit Maske im Flur. Trotzdem. Nicht leicht für ein Team, so zu starten. „Wir haben uns als Team ja fast verdoppelt. Das ist schon eine Herausforderung, das dann als Gemeinschaft zu schaffen, die anderen mitzunehmen“, sagt Vera Böggemann.

„Wir haben versucht, da neue Wege zu finden. Wir achten darauf, jeden Tag mindestens einmal mit jeder Mitarbeiterin zu sprechen.“ Für die neuen Kolleginnen sei es ein erschwertes Starten gewesen. „Aber nach einem Jahr hat sich das Team gefunden – auch unter den erschwerten Bedingungen“, sagt Vera Böggemann. „Man weiß schon fast gar nicht mehr, wie es ‚normal‘ war“, ergänzt Mona Perschke. Für die Kinder war und ist es aber auch nicht leicht. Alles ist neu – und doch darf man nicht alles erkunden im neuen Zuhause.

„Gemeinsames Ziel ist immer gewesen, den Kindern trotz der so besonderen Zeit den Alltag so ‚normal‘ wie möglich gestalten zu können. Ihre Bedürfnisse zu sehen und sie gut durch die Zeit zu begleiten. Ein Stück weit Normalität zu vermitteln“, sagt Vera Böggemann. Da gehörte es auch dazu, gemeinsam über mögliche Wege zu diskutieren um dann zusammen anzupacken und loszulegen. Und dann sind da ja auch noch die Kinder, die zu Hause sind und nicht in der Notbetreuung der Kita versorgt werden. Auch sie bleiben eingebunden.

„Wir sind am Donnerstag damit gestartet, unseren Morgenkreis als Videokonferenz durchzuführen.“ So könnten die Kinder von zu Hause aus auch mitmachen. Aktuell liege die Auslastung während der Notbetreuung bei 40 bis 50 Prozent, so Vera Böggemann. Und die Eltern waren auch noch nicht da, nicht im Gebäude. Nicht mal, wenn sie morgens die Kinder bringen. „Das ist auch ein komisches Gefühl“, sagt Vera Böggemann. „Wir haben die Räumlichkeiten in einem Video vorgestellt, aber das ist natürlich längst nicht der Eindruck, wie er sonst entsteht.“ Die Abgabe morgens läuft an der Tür. Für jede Gruppe gibt es getrennte Eingänge. Es wird darauf geachtet, dass sich die Laufwege nicht kreuzen. „Die Kinder machen das aber gut“, sagt Vera Böggemanns Kollegin Mona Perschke. „Wir versuchen, den Alltag so normal wie möglich zu gestalten.“ Normalität im Unnormalen.

 

Zudem gelte es, den Eltern maximale Transparenz zu vermitteln, um ihnen zu zeigen, dass sie sich keine Sorgen machen müssen. „Da haben wir verschiedene Sachen entwickelt“, sagt Vera Böggemann. Zum Beispiel ein digitaler Wochenrückblick in einem gesicherten Raum auf der Homepage. „Da können Eltern sich Bilder anschauen, was die Kinder gemacht haben.“ An den Gruppentüren gibt es Tagesrückblicke mit Fotos. Der Alltag wird dokumentiert. „Ich finde schon, dass wir einen guten Weg gefunden haben, um die Eltern up to date zu halten“, sagt Mona Perschke. Und die Elternbeiratsvorsitzende? Rabea Kubeczko sagt: „Es war ein komisches erstes Jahr für die Kita.

 

Den Kindern fehlt der Alltag, aber sie fühlen sich in der Kita total gut aufgehoben. Die Erzieherinnen geben alles.“ Die geben das Lob zurück. „Wir haben sehr kooperative Eltern“, sagt Mona Perschke. „Die finden das toll, dass wir den Alltag so normal wie möglich gestalten.“ In dieser besonderen Zeit. Kein Wunder, dass Vera Böggemann und Mona Perschke die Frage der Sehnsucht nach Normalität mit einem lauten „Oh ja“ beantworten. „Dann feiern wir erst mal ‘ne Party“, sagt Vera Böggemann. Die Einweihungsfeier steht ja noch aus. Die fiel auch Corona zum Opfer. „Wir haben sehr kooperative Eltern.“ Mona Perschke, Erzieherin in der Kita Heldermannpark


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