Meins - Deins!

Ein wichtiges Thema bei den Kaulquappen

Im Moment ist bei den Kaulquappen viel los und so manches Mal kann man auch schon mal ein Kind hören, welches herzzerreißend weint. Schon einige Wochen lang ist das Thema „Meins –Deins“ unter den Kindern ganz aktuell. Andauernd nehmen sich die Kinder untereinander ihre Spielsachen weg. Um dieses Thema genauer zu verstehen, hier ein kleiner Ausflug in die pädagogische Fachwelt:

Kleinkinder haben noch keine Ahnung von Besitzen und Abgeben. Sie haben überhaupt noch kein Verständnis dafür, dass es nötig ist, sich sozial zu verhalten. Sie wissen auch nicht, wie sich ihr Gegenüber fühlt. Denn das Kind hat genug damit zu tun, sich selbst zu erkennen und sich in der für ihn fremden Welt zurecht zu finden. Also tut das Kind erstmal so, als ob die Welt ihm alleine gehöre mit all seinen Dingen. Das Kind und die Welt sind eine Einheit. Wenn ihm was weggenommen wird oder er soll es abgeben, weil wir Erwachsenen meinen, dass es sich doch mal sozial verhalten soll, dann stürzt seine gerade aufgebaute Welt ein. Es fühlt sich bedroht und seine Weltordnung zerbricht. Das Kind hat erst vor kurzem sein „Ich“ entdeckt, das „Du“ ist noch lange entfernt.

Es dauert noch einige Zeit bis das Kind merkt, dass es ein soziales Wesen ist. Allmählich lernt es, dass durch seine Aktion eine Reaktion ( brüllen, weinen, etc ) des Gegenüber kommt. Erst durch das Beobachten seiner Außenwelt, kann es dann die Reaktionen der Anderen aufnehmen.

Bei uns in der Kaulquappen Gruppe versuchen wir, die Kinder darin zu bestärken, sich ihr Spielzeug, welches ihnen weggenommen wurde, wieder zu holen. Wir unterstützen sie dabei verbal und auch auf ihrem ( wörtlich gemeinten ) „Weg“ zum anderen Kind, um sich ihr Spielzeug wieder zu holen. Dabei kommt es natürlich auch oft vor, dass das Kind, welches etwas weggenommen hat, entsetzlich weint, wenn das gerade ergatterte Spielzeug wieder weg ist. Denn wie oben beschrieben, versteht esja noch nicht, warum es das Spielzeug wieder weggeben muss.

Langsam aber sicher werden die Kinder es verstehen, was es bedeutet zu teilen oder zusammen zu spielen. Auch in unserer Gruppe sehen wir schon Anfänge davon: viele Kinder beobachten sich gegenseitig und auch Anfänge des Zusammenspielens sind schon zuerkennen. Also läuft alles so, wie die „Fachleute“ es in der Literatur beschreiben.


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