Licht im Dschungel der Schülerhilfe

"Die Brücke zwischen den verschiedenen Parteien."

Wenn Heike Holtmannspötter morgens ihren Arbeitstag beginnt, startet dieser selten an demselben Ort. Mal sitzt sie in ihrem Büro im Fundus, mal in einer von Ochtrups Grundschulen oder sie verbringt Zeit in einer der Kindertagesstätten. Die 49-Jährige arbeitet für den Verein „Lernen fördern", der eine Initiative des Kreises Steinfurt ist.

Ihr täglich Brot besteht darin, Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Familien zu unterstützen. Diese können diese mit der Hilfe von Heike Holtmannspötter das Bildungs- und Teilhabepaket einfordern. Festgeschrieben sind die einzelnen, Leistungen im „Starke-Familien-Gesetz" von 2019. Darunter fallen Gelder für Schul- und Kita-Ausflüge oder Klassenfahrten, den Schulbedarf, den öffentlichen Nahverkehr, für Lernförderung wie etwa Nachhilfe, Mittagsverpflegung sowie ein monatliches Budget von 15 Euro für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben. Zu den Antragsberechtigten zählen Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, Asylbewerberleistungen, Kinderzuschlag oder Wohngeld. Familien, die diese Leistungen beziehen, bekommen eine sogenannte Münsterlandkarte ausgestellt. Sie wird mit den entsprechenden Beträgen aufgeladen und kann dann zum Beispiel dem Sportverein vorgelegt werden, um monatlich problemlos am Fußballtraining teilnehmen zu können.

Hört sich auf den ersten Schlag kompliziert und bürokratisch an. Damit es genau das nicht ist, hilft Heike Holtmannspötter den einzelnen Familien. „Ich bin quasi die Brücke zwischen den verschiedenen Parteien", heißt es ihrerseits. Absprachen mit dem Sozialamt der Stadt Ochtrup, Sportvereinen, Nachhilfegebenden und Lehrern oder Kindergärtnerinnen übernimmt die pädagogische Fachkraft häufig im Namen der Antragssteller. „Mich kann jeder gerne ansprechen und ich werde ihnen möglichst unterstützend, offen und mit Verschwiegenheit gegenüber anderen entgegentreten", hebt die dreifache Mutter hervor.

Die Arbeit von Heike Holmannspötter ist sehr vielfältig und beruht nach eigener Aussage darauf, Fragen, Organisation, Hinweisen und zur Verfügung zu stehen. Insbesondere für den letzten Punkt ist sie normalerweise regelmäßig in den Schulen oder Kitas vor Ort. Das ist durch die aktuelle Situation vorerst auf Eis gelegt. Wer den sicheren Kontakt zu Heike Holtmannspötter sucht, kann das telefonisch, und per Mail machen - sowohl an sie direkt als auch über das Sozialamt der Stadt Ochtrup. (E-Mail: holtmann-spoetter@lernenfoerdern.de, Telefon 01 73-9 06 35 29).

 

Artikel erschienen in der WN, 17.05.2021. Foto: Rieke Tombült


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