„Ich schaffe das schon!“

Fachbericht zum Thema Lerngeschichten von Laura Meulenkamp, Kinderland Rheine Nienbergstraße

Am Dienstag den 07.Mai fand im Kinderland an der Nienbergstraße ein Elternnachmittag zum Thema Lerngeschichten statt. Alle Eltern der Einrichtung konnten in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre daran teilnehmen und ihr Wissen zu diesem Thema erlangen oder erweitern.

Es gab viele Information rund um das Thema, wie z.B. die vielen verschiedenen Vorgehensweisen und Prinzipien. Doch nur zuhören und merken wird auf Dauer langweilig. Nach dem theoretischen Teil durften die anwesenden Eltern daher ihr gelerntes Wissen in die Praxis umsetzen, indem sie mit bestimmten Ansatzpunkten beginnen die ersten Gedanken in eine Lerngeschichte schriftlich einzubringen.

Nach einer produktiven Arbeitsphase wurden die Ergebnisse besprochen und reflektiert. Für alle Eltern war dies ein sehr interessanter und produktiver Nachmittag. Aber was ist eine Lerngeschichte eigentlich?

Lerngeschichten gehören zurzeit zu einer der am meist verbreiteten Verfahren der Bildungsdokumentationen und sind eine aus der Frühpädagogik hervorgegangene Methode. Das Konzept der Bildungsdokumentation wurde von der neuseeländischen Erziehungswissenschaftlerin Margaret Carr entwickelt. Lerngeschichten sollen Bildungsprozesse ganzheitlich betrachten und Lernprozesse in Geschichten wiedergeben. Bildungs- und Lerngeschichte entstehen durch die Beobachtung von Kindern in alltäglichen Situationen. Dazu werden sowohl der Kontext der kindlichen Handlungen als auch die Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen erfasst.

Bei dem Entwickeln einer Lerngeschichte richtet man sich nach fünf Lerndispositionen:

• interessiert sein

• engagiert sein

• Standhalten bei Schwierigkeiten oder Herausforderungen

• sich ausdrücken und mitteilen

• an der Lerngemeinschaft mitwirken und Verantwortung übernehmen

Beschreiben, Diskutieren, Dokumentieren und Entscheiden gehört zu den einzelnen Schritten, um eine Lerngeschichte zu entwickeln. Kindern sollen sie dabei helfen, ihre Lernprozesse bewusster zu erfahren. Sie sollen das Lernen effektiver gestalten. Des Weiteren sollen die Kinder ihre Eltern ermutigen, über das Lernen nachzudenken. Denn manche Lernprozesse werden manchmal übersehen.

Doch auch die Erlebnisse und Erfahrungen der Kinder im Alltag sollen schriftlich dokumentiert werden, um später mit der Familie als Erinnerung aufgegriffen werden zu können. Eine Lerngeschichte wird immer als Brief an das Kind gerichtet und mit Fotos bildlich dargestellt. Danach werden die Erfahrungen, Fortschritte und die Gefühle der Kinder detailliert aufgeschrieben. Zum einen bedarf es einer Reflexion der eigenen Zielsetzung und Haltung gegenüber den Kindern und zum anderen sind bestimmte Materialien notwendig, die man zum Entwickeln und Schreiben einer Lerngeschichte benötigt.

Eine Lerngeschichte ist ein produktives Dokumentationsverfahren um die positiven Erlebnisse und Erfahrungen ihrer Kinder festzuhalten. Die Kinder können sich später immer die Ordner mit ihrer Familie anschauen und auf ihre Kindergartenzeit zurückschauen.

Laura Meulenkamp


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