"Herr Rossi sucht das Glück"

Vortragsreihe der Offenen Ganztagsschulen des Lernen fördern fortgesetzt

Greven. „Schokolade, Liebe, Zeit“, das waren Antworten aus der ausverkauften Kulturschmiede in Greven auf die Frage der Referentin Yvonne Michel „Was macht denn überhaupt glücklich?“ Gastgeber der Vortragsveranstaltung war der Lernen fördern, der in Greven unter anderem an vier Grundschulen mit seinen Offenen Ganztagsschulen mehr als 800 Kinder Qualitätszeit am Nachmittag bietet.

„Glückliche Erwachsene sind hilfreiche Vorbilder“, so begrüßt Jennifer Schmitz, stellvertretende Leiterin des Lernen fördern in Greven. Yvonne Michel, Diplom-Sozialpädagogin beim Caritasverband in Aachen berichtet aus der Praxis, und davon, warum es sich lohnt glücklich zu sein: das subjektive Wohlbefinden verbessert sich, man hat mehr Energie, ist produktiver, kreativer und hat ein besseres Immunsystem. Als Suchtprophylaxe-Fachkraft weiß sie aus Erfahrung, dass glückliche Menschen seltener von psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen betroffen sind, denn wer Glück aus sich selbst produzieren kann, braucht dazu keine Hilfsmittel. 50% machen dabei die Gene aus, 40% sind die Einstellung oder Haltung und nur 10% die Lebensumstände. Mit einer positiven inneren Haltung und einem positiven Blick auf die Dinge, mit Zuversicht und Optimismus, Engagement und Humor werden das Glück und damit positive Gefühle und Lebensfreude gefördert. Viel zu häufig ist das Glas halbleer statt halbvoll. Im Alltagsstress konzentrieren wir uns häufig auf das, was nicht gut klappt und worüber wir uns ärgern. „Der Blickwinkel muss verändert werden“, so Michel,

„Was kann mein Kind schon gut? Schön, dass du daran gedacht hast, die Jacke aufzuhängen.“ Die Kinder müssen mehr gelobt werden, nicht nur mit Worten, sondern auch mit Gesten und Blicken. Denn wenn wir es schaffen, die schönen Momente zu genießen, dann bauen wir uns ein emotionales Polster auf, das uns auch dann trägt, wenn der Alltag mal etwas rauer wird. Kindern gegenüber können wir authentisch sein und all unsere Gefühle zeigen, nicht nur die positiven. Emotionale Ehrlichkeit ist viel wichtiger als Perfektion. Nur so lernen Kinder die Fähigkeit, zu spüren, was stimmt und was nicht. Kinder lachen im Schnitt 400 Mal pro Tag, Erwachsene 15 Mal. Hier können wir von unseren Kindern lernen, diese sind wahre Meister des Genießens – so lange wir sie lassen. Aber es gibt Hoffnung: Das Gehirn ist nicht statisch und so können Glück und Zufriedenheit trainiert, geübt und vorgelebt werden. Sichtbar glücklich dankte Jennifer Schmitz, stellvertretende Leiterin des Lernen fördern in Greven, der Referentin. Mit dieser Veranstaltung setzt der Lernen fördern in Greven seine traditionelle 10-jährige Vortragsserie rund um die Themenfelder Bildung und Erziehung fort.

Stellvertretende Einrichtungsleiterin des Lernen fördern Greven Jennifer Schmitz (li.) und Referentin Yvonne Michel änderten den Blickwinkel: Die rosa Brille steht für Optimismus, die grüne Brille tragen Menschen, die immer etwas zu meckern haben.

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