Gender, was ist das?

Genderarbeit im Kinderland

Man hört und liest viel über den Begriff „Gender“. Doch was bedeutet es und warum ist es ein wichtiger Bestandteil in unserer Einrichtung?

Bei dem Begriff Gender handelt es sich um das soziale Geschlecht und die Geschlechtsidentität. In der Gesellschaft hat dies erst seit ein paar Jahren seinen Platz und wird auch immer noch nicht von allen akzeptiert. Im Kindergarten ist die „Genderarbeit“ fest verankert und wird den Kindern vermittelt. Doch wie setzen wir es in unserer Einrichtung um? Wir möchten vom geschlechterspezifischen Denken und Stereotypen Abstand nehmen. Es sind oft die kleinen Sachen, die schon den Kindern vermittelt werden wie z.B. nur Mädchen tragen pinke Kleidung und für Jungen ist das ein Tabu. Dies ist ein gemachtes Problem der Gesellschaft, denn Pink ist nichts weiter als eine Farbe, wie jede andere auch, die von Jungen und Mädchen getragen werden darf, wenn es ihnen gefällt.

Bei Kindern im Vorgrundschulalter hört man bereits auch schon Sätze wie „Du darfst nicht mit blau malen, das ist nur für Jungs“ oder „Prinzessin-Kleider dürfen nur Mädchen tragen“. Unsere Aufgabe besteht darin, die Kinder in solchen Situationen zu begleiten und auch bestärkend zu sagen, die Farbe dem das Kind gefällt zu gebrauchen und das Kleid zu tragen. Doch warum ist die Genderarbeit nun ein so wichtiger elementarer Bereich in unserer Arbeit? Eine geschlechtersensible Pädagogik bietet unter anderem die Wahlfreiheit für jedes Kind, mit dem zu spielen, für das es sich interessiert und sich so zu kleiden, wie es sich am wohlsten fühlt. Es bietet Orientierung, da wir mit den Kindern schon früh vermitteln, dass Puppen nicht nur für Mädchen sind oder nur Männer auf einer Baustelle arbeiten. Die Kinder lernen früh nicht in Stereotypen zu denken. So kann jedes Kind sein eigenes individuelles Rollenbild entwickeln und wird nicht in ein schon vorgefertigtes Denken gedrängt.

Des Weiteren wird das Selbstbewusstsein ungemein gefördert, denn die Kinder lernen ihren Interessen nachzugehen und diese auch zu verteidigen, wenn sie von anderen Kindern darauf negativ angesprochen werden. So lernen sie sich in schwierigen Lebenslagen zu behaupten und ihre eigene Meinung zu vertreten. Die geschlechtersensible Pädagogik lehrt allen Kindern Toleranz und beugt zudem Konflikte vor. So wird den Kindern ermöglicht früh anderen Kindern unvoreingenommen entgegen zu treten. Das Ausgrenzungen und Auslachen anderer Kinder wird so vermieden. Zudem ist diese Art der Pädagogik gesetzlich verankert. Die „Bildungsgrundsätze für Kinder von 0-10 Jahren in der Kindertagesbetreuung und Schulen im Primarbereich NRW“ gibt folgendes vor: „Eine geschlechterbewusste Pädagogik unterstützt Kinder dabei, einengende Geschlechterbilder zu erweitern, unterschiedlichen Interessen neugierig nachzugehen und vielfältige, geschlechterunabhängige Kompetenzen zu erwerben“.


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