Gemeinsame Reise auf die Metaebene

Reflexion anhand von Videomaterial

Im Zuge ihrer PIA-Ausbildung stehen für unsere Praktikantin Mia Lehrerbesuche und Termine an, die vorbereitet werden wollen. Dazu gehört es Bildmaterial in Form von Fotos und Videos zu sammeln, das ausgewertet werden kann, um auf dieser Grundlage eine Einschätzung über das eigene pädagogische Handeln zu erhalten und weitere methodische Strategien zu entwickeln.
Das dadurch gewonnene Material findet jedoch nicht nur im Lehrerbesuch oder in der Selbstreflexion der PädagogInnen eine Verwendung, sondern ist Bestandteil unserer Bildungsdokumentation und stellt für uns ein wichtiges pädagogisches Mittel im Umgang mit den Kindern dar: Sie haben die Möglichkeit, zu lernen sich selbst und ihre Wirkung auf Andere einzuschätzen und die Selbst- sowie die Situationsentwicklung zu verfolgen.
Drei unserer Flattereulenkinder organisierten miteinander ein Spiel. In unserer Baustadt sollte aus großen Schaumstoffklötzen ein gemeinsames Werk entstehen.
Aber wie sollte das aussehen? Welche Ideen gab es?
Nicht immer herrschte Einigkeit und es wurde diskutiert, Gefühle wurden ersichtlich und offenkundig ausgelebt, Lösungen gefunden. Alles festgehalten auf Kamera! Natürlich waren die Kinder neugierig als Mia und Svenja einige Zeit später erzählten, dass sie sich gern die Videos anschauen würden. Am Laptop angekommen, wurde das Video gestartet.
Die Drei konnten so die vorher erlebte Situation noch einmal objektiv und mit ausreichend zeitlichem Abstand beobachten. Sie erinnerten sich noch sehr gut daran, welche Emotionen sie durchlebt hatten und auf welche Herausforderungen sie gestoßen waren.
"Da war ich traurig, schau, da saß ich in der Ecke.", bemerkte eines der Kinder.
"Ich habe gesagt, dass ich das nicht entscheiden kann, weil ich war ja nicht der Boss.", erzählte ein anderes.

Darüber hinaus wurde über manche Aufnahme herzlich gelacht: Über eine Suchaktion, weil sich ein Kind versteckt hatte; über eine fallende Matte; über die Faxen und Grimassen, die gemacht wurden.
Mit den Kindern konnte das Geschehen mithilfe des Videomaterials reflektiert werden. Dabei wurde die Spielorganisation, das Vorgehen eines gemeinsamen Vorhabens und die Lösungsfindung erläutert und hervorgehoben.
Die Visualisierung durch Foto- und Filmmaterial bietet uns PädagogInnen eine Plattform, das Verhalten der Kinder mit ihnen zu besprechen und macht unsere Erläuterungen für sie nachvollziehbar. Sie schulen ihre Beobachtungs- und Empathiefähigkeit sowie die persönliche Selbstreflexion.

Diese Reise auf die Metaebene, das Beisammensitzen, das Gespräch und gemeinsame Lachen, schweißen letztendlich zusammen und machen jeden Einzelnen und uns als Gruppe stark!

Svenja Feyer


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