Fachbericht zum Berliner Eingewöhnungsmodell

Zu Beginn jedes neuen Kindergartenjahres fängt eine ganz spannende und aufregende Zeit, sowohl für die Kinder als auch für die Eltern und die pädagogischen Fachkräfte an...

Kinderland Rheine Isselstraße

… das ist die Eingewöhnungszeit. Hier werden die ganz neuen Kinder bei uns im Kindergarten eingewöhnt. Doch was genau bedeutet eine Eingewöhnung eigentlich?
In der Eingewöhnung legen wir als pädagogische Fachkräfte den Fokus besonders darauf, dass eine tragfähige Beziehung zum Kind aufgebaut wird, damit sich das Kind zunächst auch ohne die Anwesenheit der Eltern oder anderen Bezugspersonen im Kindergarten geborgen und sicher fühlen kann und am Gruppengeschehen teilnimmt.

Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet unsere Einrichtung nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell. Besonders wichtig ist hier die Elternbegleitete Eingewöhnung. Das Kind kommt anfangs immer mit einer festen Bezugsperson für eine festgelegte Zeit in den Kindergarten. Da das Kind weiß, dass die Bezugsperson in der Nähe und für das Kind sichtbar ist, fällt es ihm automatisch leichter die Gruppe zu erkunden und mit weiteren Kindern bzw. pädagogischen Fachkräften in Kontakt zu treten. Dadurch, dass das Berliner Eingewöhnungsmodell insgesamt sechs Phasen beinhaltet, ist es eine langsame und somit Schritt-für Schritt- Eingewöhnung. Jedes Kind ist individuell und soll deshalb soviel Zeit für die Eingewöhnung bekommen, die es braucht ohne unter Druck gesetzt zu werden bzw. eine Überforderung zu erleiden. Folgende sechs Phasen sind im Berliner Eingewöhnungskonzept verankert:

Die erste Phase ist die Informationsphase. Nach Absprache mit den Eltern bietet Kinderland Hausbesuche an. Dies hat zur Folge, dass die pädagogischen Fachkräfte einen ersten Einblick in die sichere Umgebung des Kindes gewinnen. Des Weiteren haben Kind und pädagogische Fachkraft die Möglichkeit, sich schonmal kennenzulernen. Auch die Interessen des Kindes werden beim Hausbesuch oftmals deutlich, sodass diese sich für die bevorstehende Raumgestaltung gemerkt werden können. Oft fällt dem Kind die Eingewöhnung dann leichter. Zeitgleich findet beim Hausbesuch auch das Aufnahmegespräch statt, bei dem Wünsche, Anregungen oder Fragen der Eltern geklärt werden können.

In der zweiten Phase startet die Eingewöhnung im Kindergarten. Diese Phase wird auch Grundphase genannt. Das eingewöhnende Elternteil kommt mit seinem/ihrem Kind die ersten drei Tage, am besten immer zur selben Zeit in die Kita und verbleibt dort gemeinsam mit dem Kind für ca. 1 Stunde. Der Bezugserzieher nimmt vorsichtig Kontakt zum Kind auf, zeigt ihm die Gruppe und versucht mit ihm ins Spiel zu finden. Währenddessen verhalten sich die Eltern eher passiv, bleiben aber immer im Sichtfeld des Kindes, um dem Kind weiterhin Sicherheit zu bieten. Die Eltern dürfen jedoch trotzdem jeder Zeit die Nähe des Kindes zulassen und gelten weiterhin als „sicherer Hafen“.

Am 4. Tag der Eingewöhnung beginnt die dritte Phase, der 1. Trennungsversuch. (Wenn es kein Montag ist) Auch hier kommen die Eltern gemeinsam mit dem Kind in den Kindergarten. Jedoch bleiben die Eltern nur für einige Minuten und verabschieden sich anschließend vom Kind für ca. 30 Minuten. Sie bleiben weiterhin in der Einrichtung, sind aber für das Kind nicht mehr sichtbar. Es ist also eine räumliche Trennung. Nach der Trennung reagieren die Kinder individuell. Wenn das Kind anfangs weint, sich aber schnell beruhigen lässt und weiterhin interessiert am Freispiel bleibt, wird die Trennung fortgeführt. Außerdem spricht diese Reaktion meistens für eine kürzere Eingewöhnungsdauer.
Reagiert das Kind panisch, verunsichert und lässt sich nicht von der Bezugserzieherin beruhigen, wird die Trennung sofort abgebrochen und die Eltern kehren zurück in die Gruppe. Erfahrungsgemäß brauchen diese Kinder mehr Zeit für die Eingewöhnung. Die nächsten beiden Tage verbringen die Eltern dann wieder mit dem Kind im Gruppenraum. Ein weiterer Trennungsversuch folgt dann erst am 8. Tag.

Als Nächstes folgt die vierte Phase, die Stabilisierungsphase. In dieser Phase versucht die pädagogische Fachkraft die Aufgaben der Eltern zu übernehmen. ( z.B füttern, wickeln) Die Eltern bleiben in dieser Phase vorsichtshalber noch in der Nähe.

Zu guter Letzt beginnt die Schlussphase. Wenn das Ziel der Eingewöhnung erreicht ist und die Bezugserzieherin nun zum „sicheren Hafen“ des Kindes geworden ist, darf die Eingewöhnung beendet werden. Die Eltern dürfen dann nach der Verabschiedung die Einrichtung verlassen. Wichtig ist, dass sie jedoch zu jeder Zeit erreichbar sind. Ein Abschiedsritual (z.B. winken) kann die Trennung für das Kind einfacher machen.

Abschließend lässt sich sagen, dass eine individuelle Eingewöhnung die Voraussetzung dafür ist, dass das Kind einen guten Start in den Kindergarten hat. Das Gefühl der Sicherheit, das in einer guten Beziehung zwischen dem Kind und der pädagogischen Fachkraft entsteht, ist die Grundlage für gelingende Bildungsprozesse in der Kita.

Mia Stallmann

Quellenangaben:
https://www.kita-fachtexte.de/fileadmin/Redaktion/Publikationen/KiTaFT_Braukhane_Knobeloch_2011.pdf
https://www.franziskuswerk.de/app//uploads/GB-KJ-KITA_HPKG_Eingewöhnung_Konzept_März2018.pdf
https://www.familienleben.ch/kind/betreuung/berliner-modell-so-funktioniert-die-eingewoehnung-in-die-kita-5714

https://www.nifbe.de/component/themensammlung?view=item&id=409&catid=277&showall=1&start=0


Bild:
erzieherspickzettel.de/ausbildungsthemen/eingewoehnung/


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