Fachbericht Aufmerksamkeit

Was ist eigentlich Aufmerksamkeit?

 

 

Was ist eigentlich Aufmerksamkeit?

Aufmerksam zu sein, heißt aufzupassen oder auf etwas gezielt zu achten.

Häufig wird der Begriff „Konzentration“ verallgemeinert für unterschiedliche Aufmerksamkeitsleistungen genutzt. Vorstellen kann man sich die „Aufmerksamkeit“, indem man sich einen Scheinwerfer vorstellt. Alles, was im Scheinwerferlicht liegt, ist im Bereich der Aufmerksamkeit. Alles, was nicht angestrahlt wird, wird ausgeblendet. Damit wir überhaupt aufmerksam sein können, ist die Aktivierungsbereitschaft nötig, das heißt, unser Gehirn muss bereit sein, eine Aufgabe über einen längeren Zeitraum trotz Anstrengung durchzuführen und durchzuhalten und aber gleichzeitig wichtige Informationen von unwichtigen Informationen unterscheiden und die Unwichtigen ausblenden.

Wenn wir allgemein überlegen, wie lange sich z.B. Kinder denn wohl überhaupt konzentrieren können, meinen wir im Grunde verschieden Arten von Aufmerksamkeitsleistungen. Wir meinen die Konzentration, die auch selektive oder fokussierte Aufmerksamkeit genannt wird. Die selektive Aufmerksamkeit beinhaltet die Fähigkeit, sich einer Aufgabe aufmerksam zu zuwenden, diese Aufgabe also in den Fokus zu nehmen, die Aufmerksamkeit darauf zu richten, und die Aufgabe ohne Ablenkung zu erledigen.

Oft meinen wir gleichzeitig damit die Daueraufmerksamkeit. Die Daueraufmerksamkeit bezieht sich, wie der Begriff schon vermuten lässt, darauf, dass die Aufmerksamkeit auch über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten werden muss, um eine Aufgabe ausdauernd zu bearbeiten. Die geteilte Aufmerksamkeit wird häufig miteinbezogen, da wir durch das, was um uns herum passiert, oft gefordert werden, unsere Aufmerksamkeit aufzuteilen, also auf mehrere Dinge zu lenken. In diesem Zusammenhang muss auch die Ablenkbarkeit erwähnt werden. Wenn wir unsere selektive Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe lenken, also uns gezielt darauf konzentrieren, dürfen wir uns nicht durch externe Reize (also z.B. alles, was um uns herum passiert ) ablenken lassen, genau sowenig wie durch interne Reize (also z.B. keine Tagträume).

Natürlich kann es aber vorkommen, dass wir unsere Aufmerksamkeit teilen müssen. Wir müssen also beispielsweise etwas aufschreiben und gleichzeitig einer anderen Person zuhören können. Insgesamt gilt natürlich immer, dass die Leistungsbereitschaft und damit auch die Aufmerksamkeit damit verbunden ist, wie sehr die Person an der entsprechenden Aufgabe interessiert ist, wie motiviert sie ist und wie sehr sie bereit ist, sich bewusst anzustrengen.

Die Aufmerksamkeitsspanne bei Kindern wird (besonders im schulischen Kontext) oft überschätzt. Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsdauer (durchgehend, also ohne Pause) liegt bei: Alter des Kindes Aufmerksamkeitsspanne

5-7 Jahre 15 Min.

7-10 Jahre 20 Min.

10-12 Jahre 20-25 Min.

12-14 Jahre ca. 30 Min.

Als Faustregel für die Aufmerksamkeitsspanne bei Kindern könnte man auch ungefähr sagen, dass diese das Alter des Kindes x 2 Min. umfasst. Im Kindergartenalltag können grundsätzlich alle Angebote die Aufmerksamkeitsleistung fördern. Die Kinder müssen durch das oft bunte Gruppengeschehen immer das Fokussieren und damit die Konzentration üben, wenn sie ungestört spielen wollen.

Ebenfalls wird die geteilte Aufmerksamkeit trainiert, wenn z.B. ein Kind von einen anderen Kind etwas gefragt wird, während es im Spiel ist. Hier muss sich das Kind weiterhin auf sein Spiel konzentrieren, um im Spielgeschehen zu bleiben und gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf die Ansprache durch das andere Kind richten. Spielen Kinder konzentriert über einen längeren Zeitraum oder malen und basteln beispielsweise ausdauernd, wird die Daueraufmerksamkeit beübt. Kinder trainieren somit auch im Freispiel ihre Aufmerksamkeit.

Selbstverständlich kann die Aufmerksamkeitsleistung auch gezielt geübt werden. Ein Gesellschaftsspiel in der Gruppe zu spielen und zu beenden z.B., ist ein Angebot, dass viele Anforderungen an die Aufmerksamkeitsleistung der Kinder hat. Kinder, die noch Schwierigkeiten haben, sich im Gruppenalltag aufmerksam einem Spiel zuzuwenden, hilft oft ein Angebot in einer Kleingruppe oder ein 1:1-Angebot. Hier kann in einem reizärmeren Setting, also mit weniger Ablenkung, kleinschrittig geübt werden, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren. Da die Aufmerksamkeitsleistung, wie oben beschrieben, interessenbedingt ist, ist es sinnvoll, für das Kind Material nutzen, das interessant und motivierend ist. Erst wenn es dem Kind gelingt, beispielsweise ein beliebtes Spiel konzentriert zu spielen und dabei dauerhaft aufmerksam zu sein, wird es später möglich sein, das auch bei unattraktiveren Angeboten, aufmerksam zu bleiben.

Mit dem Hinblick auf die Erwartungen, die in der Schule den Kindern entgegen gebracht werden, nutzen wir unserer graphomotorischen Übungen, um das konzentrierte Arbeiten am Tisch zu üben. Während die Kinder im Freispiel oft gern auf dem Boden und in unterschiedlichen Körperhaltungen spielen, wird in der Schule von den Kindern erwartet, über lange Zeitspannen ruhig auf ihren Stühlen zu sitzen. Um darauf vorbereitet zu sein, scheint es uns sinnvoll, daher auch diese Bedingungen zu nutzen, um die Kinder optimal auf die Schule vorzubereiten.


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