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Ein Fachbericht über die sensomotorische Entwicklung

Eine Erziehern berichtet aus dem Kindergartenalltag

Kinderland Rheine Isselstraße

In der frühen Kindheit lernen Kinder durch Bewegung und Sinneserfahrungen, ihre Umwelt zu entdecken. Die Verbindung von Wahrnehmung und Bewegung nennt man sensomotorische Entwicklung. Sie ist sehr wichtig, weil sie das Fundament für viele andere Fähigkeiten bildet, zum Beispiel Sprache, Selbstständigkeit, Konzentration und den Umgang mit anderen Kindern.

Schon im Säuglingsalter beginnen Babys, ihre Bewegungen gezielt zu steuern. Sie lernen, den Kopf zu halten, sich zu drehen, nach Dingen zu greifen und sich hinzusetzen. Gleichzeitig nehmen sie ihre Umgebung wahr: Sie erkennen Gesichter, reagieren auf Geräusche, verfolgen bewegte Objekte mit den Augen und beginnen, verschiedene Geschmäcker zu unterscheiden. All diese Erfahrungen helfen ihnen, Wahrnehmung und Bewegung miteinander zu verbinden und erste Zusammenhänge in ihrer Umwelt zu verstehen.

In der Krabbelmausgruppe haben wir dazu ein Projekt gestartet, in dessen Rahmen ein Aktions- und Erfahrungsraum gestaltet wurde. Dort können die Kinder intensive sinnliche Erfahrungen sammeln, indem sie großflächige Sandlandschaften mit Vogelsand erkunden, kreativ mit Fingerfarben gestalten, Matschangebote mit Rasierschaum erleben und weitere Materialien zur Sinneserfahrung ausprobieren. Solche Angebote unterstützen die Sensomotorik, fördern die Kreativität und stärken das Vertrauen der Kinder in ihre eigenen Fähigkeiten. (Fotos davon sind aus datenschutzrechtlichen Gründen in den jeweiligen Bildungsdokumentationsordnern der Kinder zu finden).

Im Kleinkindalter zwischen etwa einem und drei Jahren erkunden Kinder ihre Umgebung zunehmend aktiv. Sie lernen laufen, klettern, springen und entwickeln die Fähigkeit, Bewegungen bewusst zu planen und auszuführen. Auch ihre Feinmotorik verbessert sich stark: Kinder greifen gezielter nach Gegenständen, stapeln Bauklötze oder lösen einfache Puzzles. Diese Fähigkeiten sind wichtig für späteres Malen, Basteln oder Schreiben. Jede neue Bewegungserfahrung stärkt zudem das Selbstvertrauen der Kinder und fördert die Freude daran, Neues auszuprobieren und eigene Fähigkeiten zu entdecken.

Im Vorschulalter zwischen drei und sechs Jahren werden Bewegungen immer kontrollierter und genauer. Kinder können komplexe Bewegungsabläufe koordinieren, haben ein verbessertes Rhythmusgefühl und erkennen Muster, Geräusche oder Strukturen gezielt. Diese Fähigkeiten bereiten sie gut auf den späteren Schulalltag vor, fördern die Konzentration und unterstützen die Kreativität. Kinder entwickeln zunehmend ein Bewusstsein für ihren Körper und lernen, Bewegungen auf Aufgaben abzustimmen.

Die Kita bietet viele Möglichkeiten, die sensomotorische Entwicklung gezielt zu fördern. Bewegungsangebote wie Klettern, Balancieren, Springen oder Bewegungsparcours stärken den ganzen Körper, das Gleichgewicht und die Koordination. Bastel- und Malangebote, Kneten, Puzzeln oder Perlen auffädeln trainieren die Handgeschicklichkeit und fördern die Feinmotorik. Kinder können mit unterschiedlichen Materialien wie Sand, Wasser oder Stoffen experimentieren, Rhythmusspiele spielen oder Musik hören, um ihre Sinne weiterzuentwickeln. Auch alltägliche Aufgaben wie Anziehen, Essen oder Aufräumen lassen sich nutzen, um die Bewegungsfähigkeiten zu festigen und die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern.

In der Kita beobachten die Fachkräfte die Kinder regelmäßig. Sie achten darauf, wie Kinder laufen, greifen, basteln oder auf Geräusche reagieren. So erkennen sie Stärken, aber auch Bereiche, in denen Kinder gezielt Unterstützung benötigen. Bei Bedarf arbeiten die Fachkräfte mit externen Partnern zusammen, um gezielt zu fördern und die Kinder optimal zu unterstützen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kinder durch Bewegung, Spiel und Sinneserfahrungen in der Kita lernen, ihren Körper und ihre Umgebung besser zu verstehen. Sie entwickeln wichtige Fähigkeiten, die für Lernen, Selbstständigkeit und den Umgang mit anderen von großer Bedeutung sind. Die Kita unterstützt jedes Kind darin, diese Entwicklung bestmöglich zu fördern und legt damit ein solides Fundament für eine gesunde, selbstbewusste und handlungsfähige Entwicklung.