Wie definiert sich Rassismus, wo liegen seine Ursprünge und wie erkennen wir Alltagsrassismus? Diese und mehr Fragen bearbeiteten Silvia Vossenberg, Ines Frerichs (beide pädagogische Fachkräfte bei Lernen fördern in Steinfurt) und Michele Ngo Mong (AWO Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen) in einem gemeinsamen Workshop. Der Workshop fand am Samstag, den 21. März 2026 im Rahmen des Internationalen Tag gegen Rassismus statt. Veranstaltet wurde der Internationale Tag gegen Rassismus von der Stadt Steinfurt in Kooperation mit knapp 20 Kooperationspartnerinnen und -partnern. Dabei auch Lernen fördern e.V. Steinfurt, vertreten durch Silvia Vossenberg (Integrationsagentur) und Ines Frerichs (Regionale Flüchtlingsberatung und KIM Case Management). Zusammen mit Michele Ngo Mong (Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit) führten sie zwei Workshops zum Thema Alltagsrassismus durch.
Der Workshop startete jeweils mit einem kurzen Warm-up und einer Runde „Fake or Real“. Nach dem Einstieg, der die Teilnehmer:innen erstaunte, gab Michele Ngo Mong einen Input zum Ursprung von Rassismus und wie Alltagsrassismus sich zeigt. Hierzu gab sie immer wieder Beispiele, wie das ungefragte in die Haare fassen, Aussagen wie „Du sprichst aber schon gut Deutsch“ und „Wo kommst du wirklich her?“ oder auch ständige Kontrollen von Personen, die als Nicht-Deutsch wahrgenommen werden. Danach startete ein aktiver Teil, moderiert und angeleitet von Ines Frerichs und Silvia Vossenberg. Hierzu gehörten der „Privilege Walk“ und das „Wheel of Privilege and Power“. „Beide Methoden veranschaulichen sehr gut, wer hat welchen Status und welche Macht und wer bleibt zurück, auch ohne, dass dies wahrgenommen wird.“, erläutert Silvia Vossenberg. „Beim Privilege Walk bekommen die Teilnehmer:innen eine zufällige Rolle. Danach werden Fragen gestellt bei denen jede:r überlegt, trifft die Aussage auf mich zu oder nicht. Trifft diese zu, darf man einen Schritt vortreten, wenn nicht, bleibt man stehen.“ Im Anschluss folgten eine Reflexion und Diskussion.
An den Workshop nahmen sowohl Kinder, als auch Erwachsene teil. So auch auch Bürgermeister Christian Franke. „Alltagsrassismus ist ein ständiges Thema. Umso wichtiger ist es daher, sich selber zu reflektieren und sich unbewusste Verhaltensmuster immer wieder bewusst zu machen.“
Neben dem Workshop beteiligte sich auch die Maßnahme „Chancen nutzen – Perspektiven schaffen“ (CnPs) an dem Aktionstag. Die Teilnehmer:innen erstellten im Vorfeld verschiedene Plakate, die zum Thema „Deutsche Sprache schwere Sprache – Deutsch als Zweitsprache“ und deren Heimatländern ausgestellt wurden. „Es war toll, mit allen an der Erstellung zu arbeiten. Noch schöner ist, dass die Plakate sehr gute Rückmeldungen von Besucher:innen erhalten haben, besonders zur kreativen Gestaltung“ erzählt Silvia Vossenberg.
Der Aktionstag war ein Erfolg für Alle. „Eine schöne Rückmeldung gab es im Anschluss des Tages dann noch per Instagram Story, in der eine Teilnehmerin des ersten Workshops postete: „Komme gerade vom Workshop „Alltagsrassismus“ in der FBS Steinfurt. Sehr zu empfehlen! […] Wir alle sind rassistisch sozialisiert und nicht frei davon. Hingehen lohnt sich! Danke Michele und Silvia!“

