Corona erschwert Kindergartenkindern den Start Kita-Eingewöhnung

IVZ-Bericht aus Lotte

Zu den zehn Kinderbetreuungseinrichtungen in der Gemeinde Lotte, die aktuell allesamt mit den geänderten Rahmenbedingungen – beispielsweise dem Betretungsverbot für die Eltern älterer Kinder – klarkommen müssen, gehört auch die zweigruppige Bürener Kinderland-Kita in Trägerschaft des Vereins „Lernen fördern“.

Wie sich die Corona-Krise auswirkt, beobachtet die Einrichtungsleitung hier seit dem Beginn des neuen Kita-Jahres am 1. August auch bei der Eingewöhnung, in der der Nachwuchs mit dem Kindergartenalltag vertraut gemacht wird. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Kinder an ihr neues Umfeld und Personen zu gewöhnen. Wir arbeiten nach dem Berliner Modell“, erklärt Martin Bock, stellvertretender Leiter im Bürener Kinderland. In den ersten drei Tagen begleite ein Elternteil das Kind eine halbe bis eine Stunde in der Gruppe. „Die Eltern tragen dabei einen Mund-Nase-Schutz. Wir legen den ab, wenn wir bei den Kindern sind, denn gerade die Kleinen sollen uns kennenlernen und Mimik zuordnen können“, betont Leiterin Sarah Stork.

Ab dem vierten Tag blieben die Eltern nicht mehr im gleichen Raum wie die Kinder, hielten sich aber in der Einrichtung auf, erklärt Bock weiter. Abhängig davon, wie das Kind reagiere, verlängere sich die Zeit, in der es den Gruppenraum und die anderen Kinder kennenlerne. Mit der Trennung von der Bezugsperson kämen gerade junge Kinder unterschiedlich schnell klar.

Die Bedürfnisse der Kinder hätten Vorrang. „Wenn die Trennung funktioniert und wir Erzieher die Kinder trösten können, dann ist schon viel gewonnen“, berichtet Bock. Denkbar sei dann, dass pro Woche ein Kind integriert wird. Eingewöhnung für ein Kind pro Woche Sarah Stork stellt fest: Dass jedes Kind einzeln mit der Kita vertraut gemacht werde, sei ein maßgeblicher Unterschied zur sonst gepflegten Eingewöhnungszeit. „Vor Corona waren bis zu vier neue Kinder gleichzeitig in einer Gruppe, deren Eltern sich in der Eingewöhnungsphase eingebracht haben, indem auch sie mitgespielt haben“, sagt sie.

Im Bürener Kinderland gebe es aktuell neun neue Kinder, vier unter drei Jahren und fünf ältere. Sie hoffe, dass bis Mitte November alle mit Freude in die Einrichtung kommen. In Kindergärten, wo wesentlich mehr neue Kindern aufgenommen würden, könne die Eingewöhnungszeit erheblich länger dauern, bis sich alle an die neue Umgebung gewöhnt hätten. Bedauerlicherweise habe es in diesem Jahr weniger persönliche Kontakte mit den Familien gegeben, erzählt Stork. „Hausbesuche haben wir nicht gemacht, und auch die Kennenlernnachmittage sind coronabedingt ausgefallen“, blickt die Leiterin zurück. Informationen seien telefonisch und schriftlich in die Kita gelangt.

Neu installiert worden sei ein Elternportal zum Kontakthalten ohne Ansteckungsrisiko. Die Eltern der größeren Kinder blieben wegen des Betretungsverbots vor der Einrichtungstür. „Wir haben daher ,Türangelgespräche‘ ins Leben gerufen, damit der persönliche Austausch erhalten bleibt“, erklärt Sarah Stork. Wegen des Kontaktverbots stellten sich in diesem Jahr die Kandidaten für den Elternbeirat erstmals mit Fotos und kurzen Texten auf einer Stellwand vor der Einrichtung vor. Gruppen wieder gemischt Verändert habe sich zudem das pädagogische Konzept. „Wir nehmen weniger Kinder in die einzelnen Angebote“, berichtet Stork. Weiterhin seien einige Aktionen nach draußen verlegt worden. Ein kleiner Schritt, die Kinder wieder ein Stück Normalität leben zu lassen, sei, dass ab Ende August die Gruppen wieder gemischt werden können.

„Dass sich die Kinder häufiger die Hände waschen sollen, machen sie gern mit. Schon die ganz Kleinen denken eigenständig daran. Sie kennen die Infektionsgefahr“, erzählt sie. Des Weiteren habe das Betretungsverbot der Eltern auch positive Auswirkungen: „Kinder lernen früher, selbstständig zu werden, beispielsweise beim Umkleiden.“ Gespannt sei das Kinderland-Team nun darauf, wann die Eingewöhnungsphase abgeschlossen ist. Sechs Wochen später würden mit den Eltern Feedback-Gespräche geführt und eine Umfrage erstellt. „Die enthält für uns wichtige Rückmeldungen, die durchaus in die Verbesserung unseres Konzepts einfließen. Die Kinder sind nämlich der größte Schatz, den uns die Eltern anvertrauen“, betont Stork.

Foto und Bericht: IVZ, Ursula Holtgrewe

Händewaschen macht Spaß und gehört für Marlene (vorn, von links) Sarah Stork und Eric längst zum Kinderland-Kita-Alltag.

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