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06.07.16
Kat: LF Greven
12.02.16

Mit abH (ausbildungsbegleitenden Hilfen) zum Ausbildungsziel

Interview zwischen abH-Teilnehmerin Arzu und Lernen fördern Mitarbeiterin Vera Müller-Rollwage (pädagogische Fachkraft und Lehrkraft). Moderatorin: Jennifer Schmitz (Mitarbeiterin Lernen fördern)


Hintergrund: Arzu hat gerade erfolgreich ihre Ausbildung/Prüfungen bestanden.

Moderatorin:
Arzu, wie bist du zu abH gekommen?

Arzu: Mein Klassenlehrer in der Berufsschule hat mich auf diese Maßnahme aufmerksam gemacht. Ich hatte gerade meine Prüfung nicht bestanden und mir stand die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. Ich brauchte dringend Unterstützung und Hilfe. Gleichzeitig sprach ich noch mit einem Mitschüler, der ebenfalls abH erfolgreich in Anspruch genommen hatte. Schön ist auch, dass dieses Angebot für mich und meinen Ausbildungsbetrieb von der Agentur für Arbeit finanziert wurde.

Moderatorin: Was ist abH ganz konkret? Was hast du dort gemacht?

Arzu: Letztendlich habe ich in vier Monaten den Lernstoff von drei Lehrjahren wiederholt, hinzu kam sämtliches Prüfungsmaterial, mit dem Lernen fördern wirklich gut ausgestattet ist. Auch der Austausch mit den anderen Teilnehmern hat mir sehr geholfen.

Vera: Arzu wollte ihr Ziel erreichen, sie war immer sehr motiviert und wollte lernen. Dabei darf man ihre besondere Situation nicht vergessen: Arzu ist Mutter von drei Kindern und musste den Spagat zwischen abH, Betrieb und Familie hinbekommen. Sie hat morgens um acht Uhr das Haus verlassen und war erst um sieben wieder zu Hause. Das macht man nur, wenn man es auch wirklich schaffen will.

Moderatorin: Vera, was macht dir als Lehrkraft in abH besonders viel Spaß?
Vera: Für mich ist es schön zu sehen, wie man den Teilnehmern helfen kann. Ihnen verständlich Wissen zu vermitteln und dabei auf ihre ganz persönlichen Bedürfnisse einzugehen. Wir als Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte sind Ansprechpartner bei privaten, persönlichen, betrieblichen und schulischen Problemen.
Wir prüfen anfangs, um welchen Lerntypen es sich handelt. Arzu zählt zu den akustischen Lerntypen, die am besten durch Zuhören lernen. Wir können ganz individuell fördern und bedienen dabei sämtliche verschiedene Berufe. Entscheidet man sich für abH, dann müssen in der Woche mindestens 3 Stunden gelernt werden, um das Ziel auch erreichen zu können. Arzu war deutlich mehr bei uns, sie hatte ein sehr straffes Programm.

Moderatorin: Arzu, leidest du unter Prüfungsangst und was wurde im Rahmen von abH angeboten?

Arzu: Ja, Prüfungsangst war ein sehr großes Thema für mich. Ich hatte ja gerade eine Niederlage erlebt und stand unter enormen Druck, mein Ziel doch noch zu erreichen. Bei Lernen fördern habe ich verschiedene Entspannungs- und Atemtechniken gegen Prüfungsangst kennengelernt. Schon alleine das darüber sprechen mit anderen Teilnehmern hat mir sehr geholfen. Man steht mit diesem Problem nicht alleine da.

Moderatorin:
Wie konntest du abH in Deinen Berufsalltag integrieren, hat dich dein Ausbildungsbetrieb unterstützt?

Arzu: Die pädagogischen Mitarbeiter bei Lernen fördern stehen im engen Kontakt zu den Betrieben ihrer Teilnehmer und machen regelmäßige Betriebsbesuche. So war es auch in meinem Fall. 4 Monate habe ich abH genutzt, ich war 4 x pro Woche beim Lernen fördern. In den letzten zwei Monaten hat mir mein Ausbildungsbetrieb, dank der Unterstützung von Lernen fördern täglich 2 Stunden zum Lernen mit abH „geschenkt“. Das war natürlich toll.

Moderatorin: Wie geht es nach der bestandenen Prüfung für dich weiter?

Arzu:
Wenn ich Glück habe, dann kann ich in meinem Ausbildungsbetrieb bleiben, das würde mich sehr freuen.

Vera: … dann kommen wir von Lernen fördern noch mal ins Spiel. Unsere Arbeit endet nicht zwingend mit der bestandenen Prüfung. - Wir bieten den Teilnehmern auch Bewerbungshilfe an - . Gemeinsam erstellen wir dann vollständige Bewerbungsunterlagen. Wir sind ebenfalls stark vernetzt mit vielen Betrieben aus der Region und können evtl. schon erste Kontakt herstellen.

Arzu: Das ist ja prima, das würde ich in jedem Fall auch nutzen.

Moderatorin: Arzu, was ist dein abschließendes Fazit?

Arzu: Gerade für mich als Mutter von drei Kindern waren die ausbildungsbegleitenden Hilfen eine sehr gute Maßnahme. Vera hat mir ganz viel Energie und Wissen vermittelt. Auch die anderen Lehrkräfte waren immer sehr hilfsbereit und haben mich unterstützt. Es ist ein schönes Gefühl, wenn jemand da ist, der an einen glaubt. Das einzige was mich ärgert, dass ich nicht schon früher damit begonnen habe.

Moderatorin: Vielen Dank für das Interview!

Interessierte Auszubildende, Betriebe oder Eltern, die mehr über das Angebot der ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) oder auch die Assistierte Ausbildung (AsA) erfahren möchten, können sich direkt an die Agentur für Arbeit Rheine, Telefon 0800 4 55555 00 (kostenlos), oder an die Einrichtung des Lernen fördern e.V. unter: 02571-9929550 bei Herrn Thomas Bollmann wenden.



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